Genehmigte Vergiftung
EU setzt Dioxin-Grenzwerte hoch
Dorschleber und Aal enthalten so viel giftiges Dioxin und dioxinähnliches PCB, dass die Grenzwerte der EU teilweise massiv überschritten wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Organisation foodwatch. Die Schadstoffe stehen unter Verdacht, krebsauslösend und erbgutverändernd zu wirken. Einmal in die Umwelt entlassen oder vom Körper aufgenommen, werden sie nicht oder nur äußerst langsam abgebaut. Sie reichern sich nach und nach im Fettgewebe von Mensch und Tier an. Mit zunehmendem Lebensalter steigt damit die Belastung und unter anderem das Krebsrisiko.Der EU-Grenzwert: nicht mehr als täglich ein Billionstel Gramm Dioxin je Kilogramm Körpergewicht (Pikogramm) ist beiden den foodwatch-Tests beim Verzehr einer Dose Dorschleber um das bis zu dreißigfache überschritten worden.Ein Problem.
Grenzwerte sind ja eigentlich dazu da, dass sie eingehalten werden müssen, das ist quasi der Sinn der Sache. Doch wenn die Hersteller die Grenzwerte wirklich einhalten sollten, müssten sie ihre Produkte erstmal vom Markt nehmen. Noch ein Problem. Es gilt also Gesundheit gegen Wirtschaftlichkeit abzuwägen. Im deutschen Lebensmittelgesetz, das auf der EU-Basisverordnung Nr. 178/2002 beruht, heißt es: „Zweck des Gesetzes ist es, bei Lebensmitteln, Futtermitteln, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher durch Vorbeugung gegen eine oder Abwehr einer Gefahr für die menschliche Gesundheit sicherzustellen.“ Eine klare Vorgabe.
Was macht die EU also jetzt? Sie setzt die Grenzwerte nach oben! Während vorher für den EU-Bürger 8 Pikogramm Dioxin pro Gramm giftig waren, sind es jetzt auf wundersame Weise erst 25 Pikogramm. Wir können also plötzlich dreimal mehr Gifte vertragen? Nicht ganz: Wir sollen einfach die Dorschleber, weil sie ja so vergiftet ist, nur noch alle zwei Monate essen. Dies steht jedoch nicht auf der Verpackung der verseuchten Dorschleber (könnte ja verkaufsschädigend sein), sondern im Internet. (AH)
Quelle: foodwatch
http://www.raum-und-zeit.com/index.php?Vergiftung_der_FischeDioxin-Grenzwerte nach Belastung festgelegt
Bei der Festlegung von Dioxin-Grenzwerten für Lebensmittel geht es nicht nur darum, wie viel Dioxin der Mensch maximal aufnehmen sollte. Berücksichtigt wird auch, wie viel Dioxin ein Lebensmittel durchschnittlich enthält. Das bedeutet: Ist zum Beispiel Aal in der Regel stark mit Dioxinen belastet, werden die Grenzwerte einfach daran angepasst und höher angesetzt.[...]
Quelle & weiter:
http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/dioxine_und_pcb/grenzwerte/index_ger.html