Die Flavonoide sind eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Sie leiten sich chemisch vom Grundgerüst des Flavan (2-Phenylchroman) ab und bestehen aus zwei aromatischen Ringen, die durch einen Sauerstoff-haltigen Ring verbunden sind. Es gibt rund 8000 Verbindungen, wobei sich die Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im Sauerstoff-haltigen Ring, durch unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und durch das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) ergibt. Von der Biosynthese her entstehen sie über den Shikimisäureweg.
Flavonoide sind universell in Pflanzen vorhanden, somit auch in der menschlichen Nahrung. Ihnen werden besonders antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Etliche flavonoidhaltige Pflanzen werden auch medizinisch genutzt.
Die Flavonoide wurden in den 1930er Jahren durch den Nobelpreisträger Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt entdeckt und zunächst als Vitamin P bezeichnet. Das "P" im Vitamin P steht für "Permeabilitätsfaktor".
http://de.wikipedia.org/wiki/Flavonoidehttp://de.wikipedia.org/wiki/Flavonoide#NahrungUnter den zahlreichen Wirkungen von Flavonoiden, die in in vitro- und in vivo-Versuchen nachgewiesen wurden, sind die wichtigsten:
antiallergische und antiphlogistische Wirkung
antivirale und antimikrobielle Wirkung
antioxidative Wirkung
antiproliferative und antikanzerogene Wirkung
Flavonoide wirken über mehrere Wirkungsmechanismen. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen, ihre Eigenschaft als Radikalfänger, sowie die Beeinflussung von verschiedenen Signaltransduktionswegen in den Zellen (NF-?B, MAPK). Flavonoide hemmen über dreißig Enzyme im menschlichen Körper. Sie aktivieren verschiedenste Zelltypen des Immunsystems. Die beiden letzten Eigenschaften sind etwa für die entzündungshemmende Wirkung von Flavonoiden verantwortlich.
Folgende Flavonoide werden als Reinstoffe als Venenmittel genutzt:
Citrusbioflavonoide, Hesperidin
Diosmin
Rutin und Hydroxymethylrutinoside
Unter den Arzneidrogen überwiegen solche, die Flavonolglykoside und Glykosylflavone enthalten. Wichtige Arzneidrogen, die größere Mengen an Flavonoiden enthalten, sind:
Arnikablüten (Arnika)
Birkenblätter (Hänge-Birke, Moor-Birke)
Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum)
Ginkgoblätter (Ginkgo)
Goldrutenkraut (aus Solidago virgaurea, Solidago gigantea und Solidago canadensis)
Holunderblüten (Schwarzer Holunder)
Hopfenzapfen (Echter Hopfen)
Kamillenblüten (Kamille)
Katzenpfötchenblüten (Gewöhnliches Katzenpfötchen)
Lärchenextrakt (Taxifolin)
Mädesüßkraut und -blüten (Mädesüß)
Mariendistelfrüchte (Mariendistel)
Passionsblumenkraut (aus Passiflora incarnata)
Bitterorangenschale (Bitterorange)
Ringelblumenblüten (Ringelblume)
Römische Kamille
Rotes Weinlaub (Vitis vinifera)
Saflorblüten (Saflor)
Stiefmütterchenkraut (Viola arvensis und Viola tricolor)
Süßholzwurzel (Süßholz)
Weißdornblätter mit Blüten (mehrere Weißdorn-Arten)
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http://www.naturheilkundelexikon.de/b/bioflavonoide.htmlhttp://www.aiqum.de/wissen/ernaehrung_bioflavonoide.htmlhttp://www.umweltmedizin-heute.info/index.php?Itemid=177&id=133&option=com_content&task=viewhttp://www.online-vitamins-guide.com/lang/de/nutrients/bioflavonoids.htm