Duisburg - die vermeidbare Katastrophe http://www.sueddeutsche.de/leben/ermittlungen-zur-loveparade-duisburg-die-vermeidbare-katastrophe-1.168057324.5.2013
21 Menschen starben bei der Duisburger Loveparade. Ein Gutachten legt nahe, dass die Veranstaltung, so wie sie geplant war, in einer Katastrophe enden musste. Nun soll es Antworten auf eine entscheidende Frage geben: Wer war schuld?
Von Bernd Dörries
Vor einigen Jahren hätten manche in Deutschland womöglich noch gelacht bei diesem komischen Titel und sich gefragt, wozu man das denn braucht: "Professor for Crowd Science at the International Centre for Crowd Management and Security Studies". So steht es auf der Visitenkarte von G. Keith Still, der mit seinem Forschungsgebiet jahrelang nur Experten bekannt war, der bald aber eine wichtige Rolle spielen könnte, wenn ein Gericht entscheidet, wer schuld war an der Katastrophe auf der Loveparade. Wer verantwortlich ist für 21 Tote.
Gefälligkeitsgutachtenhttp://www.medienanalyse-international.de/index1.htmlDas Polizeigesetz NRW besagt im 1. Artikel
Erster Abschnitt
Aufgaben und allgemeine Vorschriften
§ 1 (Fn 7) Aufgaben der Polizei
§ 1 (Fn 7)
Aufgaben der Polizei
(1) Die Polizei hat die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwehren (Gefahrenabwehr).
Quelle:
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=205&bes_id=5173&aufgehoben=N&menu=1#det274683Die Polizei war das ganze Planungsjahr in die Vorbereitungen integriert. Sie hätte jederzeit ein Veto einlegen können - oder mehr Kräfte einstellen/abstellen können. Die Polizei hatte Kameras, allein 15 an und in der Rampe, mit Livebildern ins Lagezentrum. Die Polizei hatte die Oberhoheit über die Sperren - und hob sie im entscheidenden Moment auf, statt sie zu verstärken. Im Lagezentrum saß der Duisburger neugekürte Innenminister NRWs Jäger, der mit dem OB noch alte Rechnungen offen hatte.
So einfach, so kurz geht die Schuldfrage.
Anzeichen für die bewusste Fehlanalye im Gutachten: das Gequatsche über die Leute auf dem Gelände. Dort war es zu keiner Panik o.ä. gekommen, die Zahl auf dem Gelände ist völlig unerheblich - es geht allein um den Zugang in der Rampe. Und die Zahl - EGAL wie hoh sie hätte werden können!!!!! - wurde durch die Sperren geregelt du begrenzt. Wer die Sperren aufhob, hat den Massenmord zu verantworten. Ja, bei Beibehaltung der Sperren wären in Duisburg im Stadtgebiet Bete und Vorgärten zertrampelt worden, Bieflaschen in Parks gelandet, Ärger auf dem Bahnhof und in der Innenstadt abgelassen worden, weil die jungen Leute das Festgelände nicht hätten erreichen können. DAS wäre wirklich auf die Planer zurückgefallen. Aber wer die Sperren aufhob, der wollte mehr: ein Desaster statt nur Ärger und Dreck.
Strategie der Spannung - das ist Politik - nicht "Unglück.