Ohne Stuttgarter Zeitung kein Stuttgart 21 7. Oktober 2010
Wer die Medien steuert, steuert die Meinung der Bevölkerung. Deshalb ist es interessant zu wissen, warum die Zeitungen der Region hinter Stuttgart 21 stehen und dieses Projekt entsprechend verkauft haben. Gesteuert haben die Medien die oberste politische und unternehmerische Führung des Landes, an der Spitze Ministerpräsident Mappus. Das erklärt alles.
Laut Stern hat der einstige Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Uwe Vorkötter, der heute bei der "Berliner Zeitung" arbeitet, inzwischen ehrlicherweise zugegeben, es sei ein "Fehler gewesen S21 zu StZ 21 zu machen". Von ihrem aussenpolitischen Ressortleiter Adrian Zielke stammt immerhin der kurz vor seinem Rückzug in den Ruhestand geschrieben Satz: "Ohne die Zustimmung der 'Stuttgarter Zeitung' zu diesem Grossprojekt würde, so vermute ich einfach mal, Stuttgart 21 nie gebaut werden."
Der Verlag der Stuttgarter Zeitung, die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH), zu der auch die Stuttgarter Nachrichten, der Schwarzwälder Bote und die "Süddeutsche Zeitung gehören, hatte grosse finanzielle Probleme. Ausgeholfen mit einem Darlehen von über 300 Millionen Euro hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit einer Laufzeit von fünf Jahren.
Ministerpräsident Stefan Mappus ist Vorsitzender der LBBW-Trägerversammlung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Schneider ist Präsident des Sparkassenverbandes Baden Württemberg und Vorsitzender des LBBW-Verwaltungsrats. Mitglieder des Verwaltungsrats sind unter anderem der Stuttgarter OB Wolfgang Schuster, die CDU-Landesminister Wolfgang Reinhart (Berlin/Europa) und Willi Stächele (Finanzen).
Dann ist noch Unternehmer Heinz Dürr und Dieter Hundt im Verwaltungsrat der LBBW. Dürr war der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG und Präsident der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen. In seiner Amtszeit wurde, 1991, mit Inbetriebnahme des ICE und der Neubaustrecken zwischen Hannover und Würzburg sowie Mannheim und Stuttgart der Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene in Deutschland aufgenommen.
Dieter Hundt ist seit 1994 Präsident der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände und seit Dezember 1996 Präsident der BDA sowie Vizepräsident von BusinessEurope (Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände Europas ehemals UNICE).
Wir sehen also, die ganze CDU-Spitze und oberste Unternehmer mit engen Verbindungen zur Deutschen Bahn sowie allen Firmen in BW, die vom Grossprojekt profitieren, bestimmen die Kreditpolitik der Landesbank und können entsprechen darüber Druck auf ihren Schuldner den SWMH-Verlag ausüben, was ihre Zeitungen berichten oder nicht berichten dürfen. Es ist ein Filz und eine Clique, die in ihrem eigenen Interesse arbeitet und nicht in dem der Bevölkerung.
Kontrolliere die Medien und du kontrollierst die Meinung der Bevölkerung.
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