Die Mikrofinanz-Industrie? Die große Illusion oder das Geschäft mit der Armut 25.06.2012
Wer denkt beim Stichwort Mikrokredite nicht an Bangladesch, Armutsbekämpfung, Gemeinwohl...? Das positive Image der Mikrokredite als Strategie gegen Armut hält sich bis heute. Nicht zuletzt wegen der Figur von Muhammad Yunus, über den Entwicklungsminister Dirk Niebel sagt, er habe „mit der Grameen Bank“ vorgemacht, dass man auch mit ganz armen Menschen nachhaltige Bankgeschäfte tätigen kann“. Dafür bekam Yunus 2006 den Friedensnobelpreis und wurde zum Symbol des guten Samariters.
Soweit die Mär, soweit der Mythos. Weniger bekannt ist die Kehrseite der Mikrofinanz-Industrie, wie die englische Bezeichnung lautet. Es handelt sich um ein Geschäftsmodell, das Gemeinschaften in Südasien in die Überschuldung treibt. Die Folgen sind psychosozialer Druck, Pfändung und Enteignung bis hin zum Suizid. Dabei sollte schon eine einzige Zahl genügen, um den Glauben an die wohltätige Wirkung der Mikrofinanz-Industrie zu verlieren: 35 Prozent. So hoch sind die effektiven Zinssätze für Mikrokredite im weltweiten Durchschnitt....
http://www.netzwerkit.de/projekte/sozialforum-nuernberg/veranstaltungen/2012/die-mikrofinanz-industrie-die-grosse-illusion-oder-das-geschaeft-mit-der-armutGerhard Klas:
Die Mikrofinanz-Industrie Die große Illusion oder das Geschäft mit der Armut
Insbesondere die Behauptung der Mikrofinanz-Befürworter, dass Mikrokredite zur Armutsreduktion beitragen oder gar „Armut ins Museum verbannen“ (Muhammad Yunus) würden, wird kritisch geprüft. Unter anderem anhand der Beispiele Bangladesh und Indien – Länder, in denen Mikrokredite eine Massenverbreitung gefunden haben – wird gezeigt, dass Mikrokredite dieses selbst gesteckte Ziel überhaupt nicht erfüllen. Die Mehrheit der KreditnehmerInnen bleibt arm oder verarmt noch weiter – wenig überraschend angesichts der hohen Zinssätze. Wer die Zinsen und Rückzahlungsraten nicht begleichen kann, nimmt weitere Kredite auf und gerät so tiefer in die Schuldenfalle. Zahlreiche Selbstmorde von KreditnehmerInnen zeigen, dass Mikrokredite oft eine weitere Bürde sind – und kein Ausweg aus der Armut.
Daneben wird auch skizziert, dass Mikrokredite kein reines „Dritte Welt“-Phänomen sind, sondern dass inzwischen auch im Westen dieses Instrument genutzt wird. In Großbritannien etwa werden Mikrokredite mit einem Zinssatz von 48 Prozent vergeben. In Deutschland sollen Mikrokredite als eine Alternative zu der faktisch abgeschafften Gründungsprämie der Arbeitsagentur etabliert werden, wobei die Zinsen und Rückzahlungsraten die prekären Existenzgründungen (vielfach als Ich-AGs) noch stärker belasten dürften – die Zahl der Insolvenzen dürfte steigen.
http://www.kritisch-lesen.de/2012/02/mikrokredite-die-losung-gegen-armut/...etwas bemüht, den Image-Schaden zu wegzulabern:http://www.competence-site.de/nachhaltige-geldanlage/answer-Scheulen-Mikrofinanz-Anlageklasse-um-Geld-zu-machenUnd hier Mikro-Investoren in realo, scheint ein gutes Geschäft in Krisenzeiten zu sein für Börsianer:http://www.investinvisions.com/http://www.dasinvestment.com/investments/gruenes-geld/news/datum/2012/02/03/mikrofinanz-stabile-ertraege-trotz-finanz-und-schuldenkrise/...und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus preist hier die gute alte Tradition des indischen Bauern-Suizids...http://www.dasinvestment.com/investments/gruenes-geld/news/datum/2012/02/03/mikrofinanz-viele-journalisten-machen-sich-zum-steigbuegelhalter-von-bangladeschs-regierung/---
Buchtipp:
http://www.amazon.de/Die-Mikrofinanz-Industrie-große-Illusion-Geschäft/dp/3862414019...äh, das heißt hier in D immer noch "Kredit-Hai" http://de.wikipedia.org/wiki/Kredithai. Hier ein Anbieter, die sich ehrlicherweise gleich so nennt, Sparte: Kredit ohne Schufa http://www.kredithai-kredit-ohne-schufa.com/
Ähnlich sind die Kreditkarten-Dealer wie AMAZON anzusiedeln...schnelles Geld für dumme arme Leute. Happy Rudern auf der Sklaven-Galeere.siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Zinswucher