14.11.2010
CASTOR-TRANSPORTE NACH RUSSLAND: Nicht über unsere HäfenHamburg und Bremen sperren sich gegen die vorgesehenen Exporte von Atommüll nach Russland. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) nennt die Transportpläne "nicht verantwortbar".
In den Ländern wächst der Widerstand gegen die von der Bundesregierung geplanten neuen Castortransporte nach Russland. Hamburg und Bremen weigern sich, den aus dem ehemaligen
DDR-Forschungsreaktor Rossendorf in Sachsen stammenden
hochradioaktiven Atommüll in ihren Häfen umladen zu lassen. Unterstützt werden sie von der NRW-Landesregierung: "Wir liegen auf einer Linie mit Hamburg und Bremen, dass es keine verantwortbare Transportkonzeption gibt", so SPD-Innenminister Ralf Jäger zur taz. Der Atommüll lagert im Zwischenlager Ahaus in NRW.
Gegen die Exporte protestieren Umweltschützer aus Russland und Deutschland schon seit Monaten. Das Gebiet Tscheljabinsk, in dem Majak liegt, sei nach einer ganzen Serie schwerer Unfälle schon heute die am stärksten verstrahlte Region der Welt, heißt es in einem von über 60 russischen Wissenschaftlern, Umweltschützern und Atomkraftgegnern unterzeichneten offenen Brief. Sie fordern in dem der taz vorliegenden Schreiben, das der Öffentlichkeit am Montag in Moskau und am Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll, von Russland und Deutschland einen vollständigen Verzicht auf die Transporte. Noch heute lebten tausende Menschen in der Region Tscheljabinsk in verstrahlten Gebieten, seien auf vor Ort erzeugte und radioaktiv verseuchte Lebensmittel angewiesen.
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/nicht-ueber-unsere-haefen/http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-anti-akw/artikel/1/man-will-im-grossen-stil-importieren/.....
"Das sind genau diese Anlagen, die wir ja auch aus Sellafield und aus La Hague kennen, das sind die drei Anlagen weltweit, die eben dieses hochgefährliche und dreckige Verfahren anwenden, in Säurebädern abgebrannte Brennelemente aufzulösen, um Plutonium und Uran herauszuziehen und den Rest, die riesigen flüssigen Mengen, dann irgendwie irgendwo zu verwahren. Das heißt, das Problem liegt nicht nur in der russischen Handhabung, die sicher zu wünschen übrig lässt, sondern eben auch in dem Verfahren als solchem. Aus diesem Grunde ist in Deutschland ja eine Wiederaufarbeitungsanlage ja auch gestoppt worden unter Protesten, nämlich Stichwort Wackersdorf, aus denselben Gründen gibt es selbst in den USA, was ja weiß Gott ein Atomland ist, keine Wiederaufarbeitungsanlage. Das war ein Beschluss von Jimmy Carter in den 80er Jahren, dass die USA diesen Weg nicht gehen würde."
Dazu kämen erhebliche Sicherheitsrisiken beim langen Transport durch Russland, aber etwa auch durch mögliche Terroranschläge: "Wir weisen in Deutschland oft darauf hin, dass es Terror-Risiken gibt und die Möglichkeiten von Anschlägen auf Nuklearanlagen, Atomkraftwerke, aber auch Zwischenlager. In Russland ist diese Gefahr natürlich noch viel, viel potenzierter." Aus all diesen Gründen, so Münchmeyer sei es unverantwortlich, den den in Deutschland entstandenen Atommüll nach Russland zu bringen, da er trotz fehlendem Endlager hier sicherer gelagert werden könnte.
http://www.heise.de/tp/blogs/2/148726......
Forschungszentrum Rossendorf:
http://www.contratom.de/2.0/index.php?mod=artikel&id=29937http://www.contratom.de/2.0/index.php?mod=standort&id=120http://de.wikipedia.org/wiki/Rossendorfer_Forschungsreaktorhttp://de.wikipedia.org/wiki/Forschungszentrum_Dresden-RossendorfKerntechnische Anlage Majak:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majakhttp://en.wikipedia.org/wiki/Mayakhttp://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-Seehttp://www.akw-unfaelle.de/1957/09/29/geheimakte-majak-russland-1948-heute/http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/atomanlage_in_majak_durch_feuer_bedroht/http://www.stern.de/wissen/natur/gau-in-majak-russlands-verheimlichte-atomkatastrophe-599027.htmlhttp://www.globalsecurity.org/wmd/world/russia/chelyabinsk-65_nuc.htmMAJAK
Die Anlage zum Bau von Kernwaffen wurde zwischen 1945 1948 in der Oblast Tscheljabinsk bei Osjorsk bzw. Kyschtym errichtet. Bis zu 25.000 Menschen waren hier beschäftigt. Kontaminiertes Wasser wurde in den Fluss Tetscha eingeleitet. Nachdem dies zu einer starken Umweltbelastung entlang des Flusslaufs geführt hatte, wurde ab 1951 der flüssige radioaktive Abfall primär in den Karatschai-See abgeleitet, der keinen oberirdischen Ablauf besitzt. Diese Praxis wurde bis mindestens 1953 beibehalten. Eine Dürre-Periode führte zu einem absinkenden Wasserspiegel des als Zwischenlager genutzten Karatschai-Sees. Starke Winde verfrachteten in der Folge radioaktiv belastete Sedimentstäube von den trockenen Ufern über ein Gebiet von 1.800 bis 5.000 km2. Der Karatschai-See gilt heute als einer der am stärksten radioaktiv belasteten Orte der Erde. Zwischen 1978 und 1986 wurde der See mit Beton aufgefüllt und vollständig abgedeckt, um weitere Sedimentbewegungen zu verhindern. Es kann für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden, dass das Wasser des Sees über Grundwasserströme in Kontakt mit dem Fluss Tetscha und damit dem Ob kommt. Auf diese Weise könnte die Radioaktivität auch den Arktischen Ozean erreichen. Wenn sich die Radioaktivität des Karatschai-Sees in den Arktischen Ozean, eine der letzten großen Wildnisse, ergießen sollte, könnte sie die halbe Erde erreichen.
CHELYABINSK: The Most Contaminated Spot on the Planet http://www.logtv.com/films/chelyabinsk/
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ZUR ERINNERUNG:
18. Dezember 2006: Atommüll-Transport nach Russlandhttp://www.stern.de/panorama/transport-nach-russland-atommuell-ausgeflogen-578786.html...irgendwie nicht so richtig was neues, klingt wie "same procedure as every year".... 