Sarkozy – Machtgelüste eines neuen Napoleon Europas1. November 2008, Unbemerkt von der Öffentlichkeit teilte Sarkozy, derzeitiger Präsident von Frankreich und zugleich Vorsitzender des Europa-Rats selbstherrlich mit, sein Amt als EU-Ratsvorsitzender einfach so um ein Jahr bis Ende 2009 zu verlängern, denn er kann sich nicht mehr damit abfinden, Macht abzugeben. Macht über andere ist eine grosse Sucht, sie wird zur Besessenheit.
Sarkozy äußert sich im Hinblick auf das Ende seiner EU-Ratspräsidentschaft zum Jahresende: "Ich lasse mir nicht alles wieder kaputt machen"
Ende 2009 übernimmt Spanien den Ratsvorsitz. In der dazwischen liegenden Jahresfrist werden sich Tschechien und Schweden den Ratsvorsitz zu jeweils sechs Monaten teilen.
Das kann Sarkozy nun nicht verhindern. Also ernennt er sich bis Ende 2009 weiterhin einfach so zum EU-Ratspräsidenten, mit der Begründung, Tschechien und Schweden sind noch nicht Teil der Euro-Zone. Diese werden dann nach seinen Vorstellungen pro forma für jeweils sechs Monate die Ratspräsidentschaft unter seiner Regie ausüben. Macht abzugeben ist eben für manche nicht hinnehmbar, zu dem er seinen Einfluss auf die Europapolitik mit dem amtierenden tschechischen Präsidenten Václav Klaus als EU-Ratspräsidenten schwinden sieht. Dieser ist nicht gerade europafreundlich eingestellt, nicht mal die EU-Fahne will er vor seiner Residenz sehen:„Es gibt keinen Grund für eine EU-Fahne“, erklärte sein Sprecher: „Wir sind auch Mitglied der Nato und der UNO und lassen deren Fahnen auch nicht aufziehen.“
Wolfgang Münchaus Kommentar in der Presse dazu: „Sarkozys Äußerung von vergangener Woche könnte man als Versuch eines Staatsstreichs werten.“
Sarkozys napoleonischen Ambitionen sind weit gespannt, er hat einen Punkt erreicht, der schon an Bessenheit grenzt. Er sieht sich dazu berufen, in Europa eine neue Ordnung zu installieren.
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http://www.radio-utopie.de/2008/11/01/Sarkozy-Machtgelueste-eines-neuen-Napoleon-Europas