Erinnerungsforum
August 01, 2014, 04:48:01 PM *
Welcome, Guest. Please login or register.

Login with username, password and session length
News: Willkommen im Erinnerungsforum

die Plattform für informelle Wahrheiten und alternative Denkstrukturen
jenseits der Mainstream-Medien
 
   Home   Help Search Login Register  
Pages: 1 ... 110 111 [112] 113 114 ... 131   Go Down
  Print  
Author Topic: Superwahljahr 2009 und Folgen  (Read 79437 times)
0 Members and 2 Guests are viewing this topic.
fehlfarben
Hero Member
*****

Karma: 2
Online Online

Posts: 11424



« Reply #555 on: May 06, 2012, 08:35:32 AM »

5.5.2012

Massiver Wahlbetrug und das Google Ablenkungsmanöver

Trari-Trara die FDP ist wieder da. Wie ein Springteufelchen taucht sie aus den Reihen der Toten wieder auf und wird dank massivster Propaganda wohl in Schleswig-Holstein wie auch in NRW wieder in das Parlament einziehen. Sie fragen sie wie das geht. Ganz einfach. Wolfgang Lieb und Jens Berger haben es auf den Nachdenkseiten ausführlich dargestellt, wie die Systemmedien die FDP konsequent hochgeschrieben haben. Aber anders als die Beiden annehmen ist das nicht Freundlichkeit von Journalisten sondern ein wohlvorbereiteter Propagandfeldzug des Kapitals für seine Interessen.

http://duckhome.de/tb/archives/10072-Massiver-Wahlbetrug-und-das-Google-Ablenkungsmanoever.html
Logged

Erinnerungsforum
« Reply #555 on: May 06, 2012, 08:35:32 AM »

 Logged
fehlfarben
Hero Member
*****

Karma: 2
Online Online

Posts: 11424



« Reply #556 on: May 06, 2012, 06:06:49 PM »

6.5.2012

Sonntag ist Superwahltag

Jetzt ist Superwahlsonntag. Goldman Sachs darf dabei mit satten Mehrheiten für die Fortsetzung der faschistischen Politik zur Ausplünderung der Bevölkerung in Europa und zum Führen imperialistisch und zionistisch motivierter Terror- und Raubkriege rechnen und darf sich obendrein noch über eine Eliminierung der politischen Gegner der Goldmänner freuen. In Schleswig-Holstein werden die Wähler Goldman Sachs und Co mit Wonne den Gefallen tun, und im Parlament die Linkspartei gegen die Piraten austauschen, die zu dem Goldman-Interesse der sozialen Umverteilung von Unten nach Oben und zu den Interessen der zionistischen Kriegslobby keine Position haben.

http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/05/05/sonntag-ist-superwahltag/
Logged

Erinnerungsforum
« Reply #556 on: May 06, 2012, 06:06:49 PM »

 Logged
harakiri
Global Moderator
Hero Member
*****

Karma: 9
Online Online

Posts: 22259



« Reply #557 on: May 06, 2012, 07:32:47 PM »

Joachim Gauck - Rede in Breda (5.5.12)

http://www.bundespraesident.de/DE/Home/home_node.html
WORTLAUT http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/05/120505-Befreiungstag-Niederlande.html;jsessionid=60BB969574D324AEF0CA527929D20A12.2_cid249

05.05.12 Niederlande
Joachim Gauck kämpft mit den Tränen
„Wir feiern die Befreiung gemeinsam”
Bundespräsident Joachim Gauck (72) gestern Abend mit der niederländischen Königin Beatrix in Amsterdam.
http://www.welt.de/videos/article106263326/Joachim-Gauck-kaempft-mit-den-Traenen.html
http://www.bild.de/video/clip/gauck-joachim/joachim-gauck-in-den-niederlanden-24002074.bild.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-kaempft-mit-den-traenen-1.1349408
http://www.stern.de/politik/ausland/gauck-in-breda-bundespraesident-kaempft-mit-den-traenen-1822847.html
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106264941/Gauck-hat-den-Freiheitsbegriff-in-Breda-erweitert.html
http://www.tagesschau.de/ausland/gauckniederlande102.html

http://www.politik24.de/2012/05/gauck-kampft-mit-den-tranen/
http://www.ad-hoc-news.de/es-war-ein-ernster-anlass-und-eine-ernste-rede--/de/News/23259238
http://www.bild.de/politik/inland/gauck-joachim/bundespraesident-gaucks-historischer-auftritt-in-den-niederlanden-24000680.bild.html
http://www.stern.de/politik/ausland/gauck-in-breda-last-der-vergangenheit-zukunft-in-europa-1822861.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106263213/Die-Befreiung-vom-nationalsozialistischen-Joch.html

-----
"Die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch"
http://www.morgenpost.de/politik/article106263213/Die-Befreiung-vom-nationalsozialistischen-Joch.html

Duitse president bewondert Februaristaking (Deutsch Vorsitzende bewundert Februaristaking )
http://www.telegraaf.nl/binnenland/12067745/__Gauck_bewondert_staking__.html
Er glaubt, dass viele Menschen in Europa die Segnungen der Freiheit nur begrenzt realisieren. Sie denken, es ist eine Lizenz für die Gesetzlosigkeit. Wenn Freiheit hört in seiner "Verantwortung, Glaubwürdigkeit, sondern auch der Gemeinschaft und Solidarität."

http://www.ad-hoc-news.de/bilder/gauck-wirbt-fuer-neue-freiheit-in-europa-925134_0_320.jpg
Gauck wirbt für neue Freiheit in Europa
http://www.ad-hoc-news.de/gauck-wirbt-fuer-neue-freiheit-in-europa--/de/News/23258448

Befreiung feiern - Verantwortung leben
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/05/120505-Befreiungstag-Niederlande.html
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Joachim-Gauck/2012/05/120505-Niederlande.html?nn=1891680

http://nieuws.wegenerweb.nl/multimedia/archive/01663/fakkel_bevrijdings_1663362a.jpg
Nederland viert Bevrijdingsdag (Niederlande feiert Tag der Befreiung)
http://www.brabantsdagblad.nl/nieuws/algemeen/binnenland/10984904/Nederland-viert-Bevrijdingsdag.ece

http://images2-telegraaf.nl/multimedia/archive/00997/heemstede_997261i.jpg
Bevrijdingsvuur aangekomen in Heemstede
http://www.telegraaf.nl/binnenland/12068389/__Vuur_aangekomen_in_Heemstede__.html
Bürgermeister Marianne Heeremans Heemstede hat den Samstag Morgen das Feuer auf die Freiheit ihres kommunalen Binnenweg entzündet. Eine Gruppe von städtischen Angestellten und Kriegsveteranen am Freitag 4 Mai nach dem Gedenken an den Freedom Road ging nach Wageningen. Um Mitternacht nahmen sie als die Befreiung des Eingangs.

Gespräch mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments: 8. Mai 2012, Schloss Bellevue
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Termine/DE/JoachimGauck/2012/05/120508-Gespraech-Schulz.html?nn=1891268
http://www.bundespraesident.de/DE/Bundespraesident-Joachim-Gauck/Reisen-und-Termine/Terminkalender/vergangeneTermine-node.html

http://om-g.info/2012/05/gauck-rede-in-breda-die-befreiung-vom-nationalsozialistischen-joch/
« Last Edit: May 06, 2012, 07:42:27 PM by harakiri » Logged

Erinnerungsforum
« Reply #557 on: May 06, 2012, 07:32:47 PM »

 Logged
harakiri
Global Moderator
Hero Member
*****

Karma: 9
Online Online

Posts: 22259



« Reply #558 on: May 06, 2012, 07:52:24 PM »

Quote
Bundespräsident Joachim Gauck hat am 5. Mai bei den Feierlichkeiten anlässlich des nationalen Befreiungstages der Niederlande in Breda eine Rede gehalten. Bundespräsident Gauck: "Es ist für einen Deutschen - und ganz gewiss für mich - nicht selbstverständlich, dass ich heute hier bei Ihnen stehen und gar zu Ihnen sprechen darf. Das Nationalkomitee hat meinem Land und mir mit dieser Einladung großes Vertrauen entgegengebracht – ein Geschenk, das wir nicht vergessen werden."


Die Rede des Bundespräsidenten Gauck im Wortlaut/offizieller Text http://www.bundespraesident.de
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/05/120505-Befreiungstag-Niederlande.html;jsessionid=60BB969574D324AEF0CA527929D20A12.2_cid249

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Befreiung feiern - Verantwortung leben Joachim Gauck in Breda/Niederlande, 5. Mai 2012
Vor Ihnen steht ein dankbarer Mann, bewegt und voller Freude darüber, dass das Nationalkomitee für den 4. und 5. Mai den deutschen Bundespräsidenten eingeladen hat, hier in Breda zu sprechen.
Ich bin im Jahre 1940 geboren, dem Jahr, in dem die Niederlande Opfer der deutschen Großmachtpolitik und des deutschen Rassenwahns wurden.
Es ist für einen Deutschen - und ganz gewiss für mich - nicht selbstverständlich, dass ich heute hier bei Ihnen stehen und gar zu Ihnen sprechen darf. Das Nationalkomitee hat meinem Land und mir mit dieser Einladung großes Vertrauen entgegengebracht – ein Geschenk, das wir nicht vergessen werden. In meiner Dankbarkeit enthalten ist auch die Freude darüber, dass unsere Länder seit Jahrzehnten Partner sind – der Menschenrechte, der Freiheit und der Demokratie verpflichtet.
Ich gehöre zu einer Generation der Deutschen, die meist erst unter Schmerzen gelernt hat, dass der alte Spruch „right or wrong – my country“ nicht mehr gelten kann. Wir haben gelernt, dass es zwischen Vaterland und Unrechtregime zu unterscheiden gilt, dass Widerstandskämpfer keine Hoch- und Landesverräter sind, dass Emigration nicht Feigheit ist und Fahnenflucht nicht unentschuldbar. Wir haben gelernt: Zu einer Regierung, die das Leben und die Würde der Menschen mit Füßen tritt, kann und darf es keine unverbrüchliche Treue geben. Gegenüber einem Unrechtsregime stehen wir vielmehr auf der Seite jener, die – wie Bundespräsident Theodor Heuss es 1954 sagte – den Staat der mörderischen Bosheit zu entreißen und das Vaterland vor der Vernichtung zu retten versuchen.
Gerade weil wir Deutsche uns der Last und der Schuld der Geschichte gestellt haben, gilt für uns, gilt auch für mich: Wir feiern gemeinsam mit allen die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch, wir feiern mit allen, die damals ihre Unabhängigkeit und Freiheit wiedererlangten. Und wir fühlen mit allen, die gerade heute in anderen Teilen der Welt die Freiheit entdecken oder wieder entdecken.
Deutschland und die Niederlande sind nicht nur Partner in der Europäischen Union und in der NATO – wir sind trotz des Leids, das Nazideutschland auch über Ihr Land gebracht hat, Teile des großen Projekts geworden, das Nationen über ihre Grenzen und Traditionen hinweg zu einem gemeinsamen Ganzen zusammengefügt hat. Teile eines Projekts, in dem die Völker nicht mehr gegeneinander aufgebracht werden, sondern in gegenseitiger Achtung der Menschenrechte vereint sein sollen. Es ist das Ja zur Freiheit, das einst die niederländische Nation schuf, das heute die Grundlage unserer Gemeinschaft bildet. Durch dieses Ja zur Freiheit sind wir tiefer verbunden als durch die Verträge, die uns binden.
Verbunden fühlen wir uns aber auch in der Trauer, wenn wir wie heute in Breda der mehr als 100.000 niederländischen Juden gedenken, die der Ausrottungspolitik Hitlerdeutschlands zum Opfer fielen. Erst waren die Niederlande zum Zufluchtsort für viele deutsche Juden geworden, darunter auch für Anne Frank und ihre Eltern. Doch dann erfolgten die Deportationen  – drei Viertel der in den Niederlanden lebenden Juden wurden in Vernichtungs- und Konzentrationslagern ermordet oder starben an Misshandlungen, Hunger und Krankheiten.
Ich denke auch an Widerstandskämpfer wie Max Kohnstamm, den späteren Verfechter der europäischen Einigung, der unweit von hier im Gefängnis von Haaren gefangen gehalten wurde. Ich denke an die Sinti und Roma, deren Schicksal Zoni Weisz in seiner Rede vergangenes Jahr vor dem Deutschen Bundestag in so bewegenden Worten schilderte.
Ich denke nicht zuletzt an Hunderttausende Niederländer, die zum Arbeitseinsatz nach Deutschland deportiert wurden. An so viele, die Hunger, Zwangsevakuierungen und den Verlust der Heimat erleiden mussten. Aber auch an jene, vor allem im damaligen Niederländisch-Indien, für die der Krieg am 5. Mai noch nicht zu Ende war und Leiden und Sterben weitergingen.
Wenn wir uns jetzt nach 67 Jahren an das Kriegsende erinnern, sollen aber nicht nur Schandtaten und Verbrechen wie etwa die Bombardierung von Rotterdam in unser Bewusstsein dringen. Auch an die Taten des Ungehorsams, der Sabotage, des militärischen und zivilen Widerstands gilt es zu erinnern.
Hier in Breda gedenken Sie des polnischen Generals Stanisław Maczek, dem die Befreiung Ihrer Stadt ohne Verluste unter der Zivilbevölkerung gelang. Diese Befreiung mag heute stellvertretend stehen für die Befreiung aller von Hitler unterjochten Staaten Europas und für Deutschland selbst. General Maczek hatte seit den ersten Kriegstagen gegen den Okkupanten gekämpft – erst in Polen, später in Frankreich, 1944 nahm er an der Invasion in der Normandie teil. Die Stadt Breda erklärte diesen Kriegshelden zum Ehrenbürger und gab ihm auf dem Kriegsgräberfriedhof eine würdige letzte Ruhestätte.
Unsere Erinnerung sucht Vorbilder wie ihn, die uns eine Richtung für unser eigenes Leben geben können. Nach Menschen auch wie Bernard Ijzerdraat, der nach dem deutschen Bombardement von Rotterdam die erste oppositionelle Gruppe gründete und nach einem Schauprozess in Scheveningen erschossen wurde – zusammen mit 17 anderen, darunter drei Kommunisten, die den Februarstreik 1941 organisiert hatten.
Ich bekenne es: Vor dieser Reise wusste ich nichts von diesem Generalstreik, der ganz Nordholland erfasste. Mit ungläubigem Staunen und großer Bewunderung habe ich gelesen, dass Geschäfte geschlossen blieben, Arbeiter in Werften und Fabriken die Arbeit niederlegten und Schüler dem Unterricht fern blieben, um dem Streikaufruf der illegalen Kommunistischen Partei der Niederlande zu folgen – aus Protest gegen die Verschleppung der ersten 400 Juden aus den Niederlanden ins Konzentrationslager Mauthausen.
Ich spürte, wie mich dieses Beispiel berührte. Einmal mehr begriff ich, dass solche Vorbilder doppelt wichtig sind. Einmal für die Völker, aus denen die Widerständigen stammen. Daneben aber auch für Menschen aus anderen Völkern, anderen Generationen angesichts anderer Herausforderungen und Krisensituationen. Denn wir lernen aus den Zeiten von Krieg und Verfolgung, wozu die Spezies Mensch fähig ist. Im Bösen, aber auch im Guten.  
Ich erinnere an den Verleger Emanuel Querido, der in Amsterdam ein eigenes Verlagshaus für verfolgte Exilschriftsteller aus Deutschland gründete. Bis die Gestapo seinen Besitz 1940 beschlagnahmte, brachte er 110 deutschsprachige Bücher heraus. Querido wurde später im Versteck verraten und mit seiner Frau im Vernichtungslager Sobibor ermordet.  
Ich erinnere an Corrie ten Boom, die mit ihren Angehörigen anderthalb Jahre lang jüdische Familien in ihrem Haus versteckte. Auch sie wurde von einem Kollaborateur denunziert und kam ins Konzentrationslager Ravensbrück. Nach dem Krieg widmete sich Corrie ten Boom der Betreuung von Opfern des nationalsozialistischen Terrors und der Versöhnung zwischen ehemaligen Kriegsgegnern.
Wir rühmen diese Menschen, weil es so ganz und gar nicht selbstverständlich war, sich nicht einfach in das Unvermeidliche zu fügen oder gar Widerstand zu leisten. Wir rühmen diese Menschen, weil sie uns Zugang zu einer Wahrheit schaffen, die wir uns nicht immer bewusst machen, oft auch nicht bewusst machen wollen: Wir haben immer eine Wahl. In Zeiten von Krieg und Terror zwar nicht jede Wahl, aber selbst unter diesen Bedingungen können Menschen - wie die Geschichte lehrt – die menschliche Würde, das Humanum retten.
Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang auch an Hans Keilson, dem in Deutschland geborenen Juden, der 1936 in den Niederlanden Zuflucht fand und sich nach 1940 dem niederländischen Widerstand anschloss. Obwohl selbst äußerst gefährdet – seine Eltern wurden in Auschwitz ermordet – widmete er sich jüdischen Kindern, die in niederländischen Familien versteckt waren. Keilson wusste aufgrund seiner medizinischen und psychoanalytischen Kenntnisse, dass das Leid von Verfolgten nicht zu Ende ist, wenn die Verfolgung aufhört. Den Traumatisierten, vor allem jüdischen Kindern, widmete Keilson sein Leben als Mitmensch und Therapeut auch nach dem Krieg. Er starb, über 100-jährig, vor genau einem Jahr in Hilversum.
Selten sind die Haltungen allerdings so eindeutig wie bei erklärten Gegnern von Diktaturen. Und längst nicht in allen Familien sind Meinungen und Taten ungeteilt. Harry Mulisch hat einmal den verstörenden Satz formuliert: „Ich bin der Zweite Weltkrieg.“ In dieses Bild fasste er die Tatsache, dass seine Eltern beides waren: Opfer und Täter. Die Mutter - eine Jüdin, der Vater – Verwalter von arisiertem Vermögen in einer Bank. Wegen der Stellung des Vaters konnten Harry Mulisch und seine Mutter überleben, wegen eben dieser Stellung aber wurde sein Vater nach dem Krieg als Kollaborateur bestraft.
Das Symbol des 4. und 5. Mai in den Niederlanden ist eine brennende Fackel, deren Flamme die Umrisse einer Taube hat. Dieses Feuer haben Sie heute Nacht in Wageningen entzündet, um es in das ganze Land und im Anschluss auch hierher, nach Breda, zu tragen.
Für die europäische Einigung in Frieden war das Feuer der Freiheit von Anfang an bestimmendes Element. Ihr Landsmann Hendrik Brugmans sagte dazu auf dem Kongress der Europäischen Bewegung im Mai 1948, Europa sei die Philosophie der Nichtangepassten, der Ort derjenigen, „die ständig mit sich selbst im Kampf liegen, wo keine Gewissheit als Wahrheit hingenommen wird, wenn sie nicht ständig von neuem entdeckt wird. […] Überall wird das Banner Europas das Banner der Freiheit sein.“
Doch Freiheit will immer neu errungen sein.
Die Stadt Breda ist dabei ein hervorragender Gedenkort. Der „Kompromiss von Breda“, in dem sich im Jahr 1566 Edelleute gegen die Inquisition aussprachen, stand am Beginn des Aufstands gegen die spanische Herrschaft. Der spätere Bund der Geusen zeigte den europäischen Nachbarn, welche Kräfte die Freiheitsliebe in uns hervorrufen kann.
Wir sehen: Bevor Freiheit gesellschaftliche Wirklichkeit werden kann, gewinnt sie die Herzen und Köpfe von Einzelnen und kleinen Gruppen. Was spät alle ergreift, wird früh von wenigen geboren. Vor der freien Gesellschaft kommen die freien Individuen, vor den freien Staaten die freien Städte.
Die Vereinigten Niederlande des 17. Jahrhunderts prägten unsere Vorstellungen von einer freiheitlichen, föderalstaatlichen und toleranten Republik. Hier war der Bürger Bundesgenosse und nicht Untertan. Freigeister wie Spinoza und Descartes konnten sich entfalten, verschiedene Glaubensrichtungen sich entwickeln. Hugo Grotius, der auf der Rückreise von Schweden in meiner Heimatstadt Rostock verstarb, formulierte die Idee des „mare liberum“, des freien Meeres, die Grundlage des modernen Seevölkerrechts wurde.
Den „Schritt zur Mündigkeit“, von dem Immanuel Kant sprach, haben die Niederländer in Europa besonders früh getan. Auch das machte den Deutschen im 19. Jahrhundert Mut, sich der entstehenden Freiheitsbewegung anzuschließen. Und obwohl die Revolution von 1848/49 in den deutschen Ländern scheiterte: Die Ideen überlebten. Das Hambacher Schloss in der Pfalz, die Frankfurter Paulskirche und andere Orte der Freiheit künden davon bis heute.
In unserem gemeinsamen Europa ist es keine innere Angelegenheit der einzelnen Staaten mehr, wenn Länder Freiheiten beschneiden und die Grundrechte ihrer Bürger missachten. Wir können stolz sein, dass sich die Bürger fast aller europäischen Staaten an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden und eine mögliche Verletzung ihrer individuellen Grund- und Menschenrechte überprüfen lassen können.
Wir können stolz sein, dass Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Angriffskriege vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Anklage kommen können. Straflosigkeit darf für die Täter keine Hoffnung sein. Der Weg ist mühsam und langwierig, doch unser Ziel steht fest: Die Stärke des Rechts muss weltweit über das Recht des Stärkeren triumphieren.
Deutsche und Niederländer wissen nicht zuletzt durch gemeinsame Einsätze in Afghanistan oder Kosovo, wie langwierig dieser Weg ist und mit welchen Opfern er verbunden sein kann. Dennoch: Wenn heute Verletzungen der individuellen Menschenrechte überall auf der Welt verurteilt und in vielen Fällen geahndet werden, wenn Menschen Hilfe erfahren auf dem Weg zu mehr Autonomie, mehr Achtung und Selbstachtung, dann ist das ein Wert an sich.
An Tagen wie diesen wird uns bewusst, wie weit Freiheit und Rechtsstaatlichkeit nach langen Kämpfen zum herrschenden Prinzip der europäischen Gesellschaftsordnung geworden sind.
Es gibt große Teile der Welt, in denen die Menschen von unseren Rechten und Freiheiten nur träumen. Im Norden Afrikas und im Nahen Osten hat sich die Sehnsucht nach Freiheit und Menschenrechten in den letzten Jahren Bahn gebrochen. Diese Bewegungen zeigen uns: Freiheit und Menschenrechte sind keine Erfindung eines imperialen Westens.
Menschenrechte sind universell, ihre Sprache wird überall verstanden – in Asien wie in Europa, in Amerika wie in Afrika: Weltweit erwachen Menschen und fordern ihre Rechte ein – selbst dann, wenn noch nicht Tausende auf der Straße sind und, wie damals in Ostdeutschland, beanspruchen: „Wir sind das Volk!“
Doch während andere Völker vom Geist der Freiheit beflügelt werden, können viele Menschen in Europa den Segen der Freiheit nur noch begrenzt erfassen. Sie missverstehen Freiheit als Libertinage, als das Versprechen auf ein hedonistisches Lebensmodell, als politische oder ethische Beliebigkeit oder als Aufforderung zum Verzicht auf Mitgestaltung. Bei diesem Freiheitsverständnis fehlt, was besonders viele junge Menschen auf die Straßen und zum Protest treibt - Verantwortlichkeit, Verlässlichkeit, auch Gemeinsinn und Solidarität.
Wir sehen: Freiheit will nicht nur immer neu errungen sein, Freiheit muss auch immer neu gestaltet werden. Jede Generation steht vor der Herausforderung, für sich und ihre Umstände Freiheit, die sich in ihrer schönsten Form als Verantwortung darstellt, neu mit Inhalten zu füllen.
Vor 67 Jahren hätten wir den heutigen Zustand nur als paradiesisch empfinden können: Seit drei Generationen teilen Niederländer und Deutsche ihre Werte und setzen sich in Europa und der Welt für sie ein. Wir können stolz darauf sein, dass unsere Staaten seit Anbeginn Teil des geeinten Europas sind und in vielen Teilen der Welt als ehrliche und berechenbare Akteure geschätzt werden. Von Freiheit, Frieden und Wohlstand, die mit der verstärkten europäischen und internationalen Zusammenarbeit einhergehen, profitieren wir gemeinsam. Ich hoffe, dass dieser einzigartige Erfolg uns die Kraft gibt, auch die heutigen Herausforderungen zu meistern und Zukunft zu gestalten.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

siehe auch http://soldatenglueck.de/2012/05/06/70781/bredaniederlande-bundesprasident-gauck-bei-unseren-guten-nachbarn-und-alliierten-kameraden-video/
http://www.brabantsdagblad.nl/nieuws/algemeen/binnenland/10985426/LIVE%3A-5-mei-lezing-Duitse-president-Gauck-.ece
« Last Edit: May 06, 2012, 08:00:00 PM by harakiri » Logged

harakiri
Global Moderator
Hero Member
*****

Karma: 9
Online Online

Posts: 22259



« Reply #559 on: May 07, 2012, 10:15:41 PM »

Mal was zu den Wahlen von gestern sagen
Zu dem vorläufigen amtlichen Endergebnis in Schleswig-Holstein reicht eigentlich ein einziges Wort das mit Schei anfängt und mit ße aufhört. Man könnte dieses Wort noch durch einige Adjektive verstärken, aber das ändert auch nichts. Dabei geht es nicht darum ob die Wirtschaftsfaschisten von der CDU oder die von der SPD vorne sind. Die sind beide nur willfährige Handlanger des Großkapitals.
Quote
Das ist scheinbar ein Beleg für den Satz der sowohl Rosa Luxemburg als auch Kurt Tucholsky zugeschrieben wird, sich aber wohl bei beiden nicht nachweisen lässt:

Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten


Das ist allerdings ein Irrtum. Wenn nur genügend Leute das Richtige wählen, dann können Wahlen sehr viel verändern. Wenn man es dann auch noch schafft anstatt von Berufspolitikern anständige Menschen in die Parlamente zu bekommen, dann vergrößert sich die Chance nochmals. Am kommenden Wochenende ist wichtig in NRW wählen zu gehen um die FDP, soweit das überhaupt noch geht, draußen zu halten und so wenigstens dem Wirtschaftsfaschismus ein wenig Einhalt zu gebieten. Natürlich ist eine rot-grüne Regierung in NRW kein Traumziel, ja sie ist nicht einmal das kleinste Übel. Aber mehr lässt sich bis dahin nicht mehr erreichen. Deshalb muss der Wahlkampf für die Bundestagswahl eben auch schon am kommenden Montag beginnen um wirklich etwas ändern zu können.


http://duckhome.de/tb/archives/10075-Mal-was-zu-den-Wahlen-von-gestern-sagen.html
Logged

Pages: 1 ... 110 111 [112] 113 114 ... 131   Go Up
  Print  
 
Jump to:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.19 | SMF © 2013, Simple Machines
SMFAds for Free Forums | Sitemap
Valid XHTML 1.0! Valid CSS!