ZDF berichtet über Bilderberger! Aber wie? 05. 06. 2012
Am Montagabend, kurz vor Mitternacht, widmete das ZDF doch tatsächlich den Bilderbergern einen kurzen Beitrag. „Ein Meeting, das es offiziell gar nicht gibt“, sorgt Ina Bergmann schon in der Einleitung für Spannung. Doch was folgt? Vielleicht gar ein Interview mit Jürgen Trittin oder Matthias Nass? Aber keineswegs. Der dreiminütige Bericht setzt sich fast ausschließlich mit den „Verschwörungstheoretikern“ auseinander, die es doch tatsächlich wagen, Fragen in Zusammenhang mit einem geheimen Treffen auf höchster Ebene zu stellen.
Ina Bergmanns Rhetorik verdient wirklich Respekt. Der Text, den sie spricht, ist natürlich vorgegeben. Doch ihre Artikulation, in Verbindung mit dem passenden Gesichtsausdruck, stellt die Weichen gleich zu Anfang in die gewünschte Richtung. Dass mehr als hundert einflussreiche Damen und Herren aus Wirtschaft und Politik sich diskret zusammenfinden und ihre Namen erst im nachhinein bekanntwerden, wird von vielversprechendem Augenleuchten begleitet. Und dann, die Backen leicht angehoben, unmissverständlichen Zynismus durch Stimmklang und Mimik zur Schau stellend, folgen die Worte: „...und sind mit diesem elitären Networking eine wahre Freude für jeden Verschwörungstheoretiker!“ - Und damit wär's gesagt.
Während Bilder von jungen Menschen gezeigt werden, die sich vor dem Westfields Marriott Hotel in Chantilly, dem jüngsten Austragungsort der 60. Bilderberg-Konferenz, versammelt hatten, erklärt eine männliche Stimme: „Die hier protestieren haben Angst. Sie fühlen sich verfolgt. Sie fürchten, dass die Mächtigen der Welt sich gegen sie verschworen haben.“
Über das Bilderberg-Treffen selbst wird lediglich erwähnt, dass diese informelle Zusammenkunft seit 1954 regelmäßig stattfindet. Dass Margret Thatcher, Helmut Schmidt, Angela Merkel, Barack Obama und Josef Ackermann dabei waren und dass die Öffentlichkeit immer ausgeschlossen ist. Der ruhige Klang der Stimme des Sprechers vermittelt den Eindruck, als wäre dies ja auch völlig normal. Die Präsenz von namhaften Vertretern der Medien aus aller Welt wird ignoriert. Warum sind sie eingeladen, wenn jede Berichterstattung unerwünscht ist? Warum nicht, mag der linientreue ZDF-Zuseher als Gegenfrage stellen. Ist ist ja ohnehin alles informell. Sie treffen sich halt. Na und?
Dieser kurze Beitrag des ZDF verdeutlicht, wie die Medien zur Meinungsbildung eingesetzt werden. Und, wie das Beispiel zeigt, nicht nur Privatsender, sondern auch die, dem demokratischen Staat unterstellten, öffentlich-rechtlichen erfüllen ihre Aufgabe vorschriftsmäßig.
weiter
http://www.theintelligence.de/index.php/politik/kommentare/4507-zdf-berichtet-ueber-bilderberger-aber-wie.htmlsiehe auch
http://www.theintelligence.de/index.php/politik/kommentare/4505-bilderberg-treffen-die-fakten.htmlhier das unsägliche ZDF-Machwerk, dazu fallen einem nur noch Bezeichungen wie Verarschung, Zynismus, Verrat etc. ein: