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Author Topic: Utopien/Dystopien-Bücher,Filme,Schriften,Interpretationen  (Read 1737 times)
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Verschlußsache
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« on: January 07, 2011, 09:49:59 AM »

2011: Eine schöne neue Anti-Utopie

5.01.2011
Quote
Der US-Journalist Chris Hedges warnt vor einem weiteren Abgleiten der USA in einen von den Konzernen beherrschten Orwellschen Überwachungsstaat

Von Chris Hedges
Truth Dig, 27.12.10

Die beiden großartigsten Visionen einer zukünftigen Anti-Utopie sind die beiden Romane "1984" von George Orwell und "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley. Diejenigen, die sich noch Gedanken über die Art unseres Niedergangs in die totale Konzernherrschaft machen, streiten sich heftig darüber, wer von beiden Recht hatte. Werden wir, wie Orwell schrieb, in einem repressiven Überwachungs- und Sicherheitsstaat enden, der uns mit grausamen und brutalen Methoden kontrolliert? Oder werden wir, wie Huxley annahm, von der Unterhaltungsindustrie und dem Showbusiness eingelullt, technologischen Neuerungen verfallen und vom Konsumrausch benebelt, unsere Unterdrückung sogar willkommen heißen? Wie es scheint, haben beide Autoren Recht behalten. Huxley sah die erste Stufe unserer Versklavung voraus und Orwell die zweite.

Der Staat der Konzerne hat uns nach und nach entmachtet, indem er uns – wie Huxley es vorhersah – mit betörenden Sinneseindrücken, billigen Massenprodukten, unbegrenzten Krediten, politischem Theater und ununterbrochenem Entertainment manipulierte. Während wir uns ablenken ließen, wurden nach und nach alle Regularien, die einst die Raubgier der Konzerne gezügelt haben, einfach abgeschafft, die Gesetze, die uns einmal geschützt haben, wurden umgeschrieben, und – ohne es zu merken – wurden wir immer ärmer gemacht. Jetzt, nachdem der Kredithahn zugedreht ist, die guten Jobs für die Arbeiterklasse für immer verloren sind und auch die billige Massenware unbezahlbar geworden ist, gleiten wir unaufhaltsam aus der "schönen neuen Welt" in die in "1984" beschriebene offene Unterdrückung hinüber. Der durch riesige Schulden, endlose Kriege und die Habgier der Konzerne völlig abgewirtschaftete Staat steht vor dem Bankrott. Es wird Zeit, dass Orwells Großer Bruder die Fühlkinos, die Gruppensex-Treffen und Kinderbelustigungen Huxleys abschafft. Wir bewegen uns aus einer Gesellschaft, in der wir uns mit Lügen und Illusionen manipulieren ließen, in einen Zustand totaler offener Kontrolle.
(....)
Das Ergebnis ist ein sehr einseitiges Informationssystem. Bekannte Hofschranzen, die sich als Journalisten, Experten oder Sachverständige verkleiden, nehmen sich unserer Probleme an und erklären uns geduldig, wie sie einzuordnen sind. Alle, die abweichende Meinungen vertreten, werden als irrelevante Außenseiter, Extremisten oder Vertreter der radikalen Linken diffamiert. Weitsichtige Sozialkritiker – von Ralph Nader bis Noam Chomsky – werden einfach totgeschwiegen. Akzeptierte Meinungen bestätigen sich gegenseitig. Unter der Vormundschaft dieser Hofschranzen der Konzerne entsteht – wie schon Huxley vorhersah – eine Welt möglichst unbeschwerter Konformität, geprägt von einem grenzenlosen, am Ende aber fatalen Optimismus. Wir verschwenden unsere Zeit mit dem Kauf von Produkten, die angeblich unser Leben verändern, uns schöner, selbstsicherer oder erfolgreicher machen sollen, während wir gleichzeitig unserer Rechte, unseres Geldes und unserer Einflussmöglichkeiten beraubt werden. Alle Botschaften, die wir über dieses System der Massenbeeinflussung empfangen – sei es durch die Abendnachrichten oder durch Talk-Shows wie "Oprah" – versprechen uns immer ein glänzenderes und glücklicheres Morgen. Das ist, wie Wolin nachweist, "die gleiche Ideologie, die Konzernmanager Gewinne übertreiben und Verluste verheimlichen lässt – und alles mit lachendem Gesicht". Weiter schrieb Wolin: "Wir sind entzückt über dauernde technologische Fortschritte, die uns neue persönliche Fähigkeiten, ewige Jugend, durch Chirurgie zu bewahrende Schönheit und in Sekundenbruchteilen ablaufende Aktionen ermöglichen sollen: Eine Kultur voller Träume über immer neue Kontrollmöglichkeiten, deren Befürworter anfällig für Fantasien sind, weil ihre überwiegende Mehrheit zwar über eine ausgeprägte Vorstellungskraft, aber kaum über wissenschaftliche Kenntnisse verfügt."
(.....)
Die Fassade bröckelt. Und weil immer mehr Leute begreifen, dass sie nur benutzt und ausgeraubt wurden, können wir schnell aus der "Schönen neuen Welt" Huxleys in Orwells "1984" befördert werden. Die Bevölkerung wird sich bald mit einigen sehr unangenehmen Wahrheiten konfrontiert sehen. Die gutbezahlten Jobs wird es nicht mehr geben. Durch das größte Defizit der menschlichen Geschichte sind wir in eine so gewaltige Schuldenfalle geraten, dass der von den Konzernen beherrsche Staat die Chance nutzen wird, auch noch die letzten Reste sozialen Schutzes für seine Bürger – einschließlich der Sozialversicherung – zu beseitigen. Unser Staat ist von einer kapitalistischen Demokratie zum Neo-Feudalismus übergegangen. Und wenn diese Wahrheiten bekannt werden, wird Wut die von den Konzernen verordnete lustvolle Angepasstheit ersetzen. Wegen der zunehmenden Hoffnungslosigkeit in unseren Industriebrachen, in denen etwa 40 Millionen US-Amerikaner in Armut und mehrere zehn Millionen "knapp über der Armutsgrenze" leben, keine Kredite mehr bekommen und ihre Familien nicht mehr vor Zwangsversteigerungen, Zugriffen von Banken und unbezahlten Arztrechnungen bewahren können, wird der invertierte Totalitarismus bald nicht mehr funktionieren.

Wir leben zunehmend in Orwells Ozeanien und nicht mehr in Huxleys Weltstaat. Bei uns hat Osama bin Laden die Rolle übernommen, die der Bösewicht Emmanuel Goldstein in dem Roman "1984" spielt – das der Bevölkerung präsentierte Gesicht des Terrors. In dem Roman beherrschen Goldsteins üble Machenschaften und heimlichen Gewaltakte die Abendnachrichten. Goldsteins Bild erscheint jeden Tag auf den Fernsehschirmen Ozeaniens – als fester Bestandteil des täglich landesweit ausgestrahlten Rituals "Zwei Minuten Hass". In dem Roman heißt die tägliche Botschaft: Goldstein wird euch töten, wenn euch der Staat nicht schützt. Bei uns ist es Osama bin Laden, der als Rechtfertigung für alle Exzesse in dem "titanischen Kampf" gegen den durch ihn personifizierten "Terrorismus" herhalten muss.
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Wer diese mit dem Krieg gegen den Terror – der sich schon bei Orwell endlos hinzieht – begründeten Maßnahmen in Frage stellt, wird brutal zum Schweigen gebracht. Die drakonischen Sicherheitsmaßnahmen, die während der G-20-Gipfel in Pittsburgh und Toronto gegen die Protestierenden ergriffen wurden, standen in keinem Verhältnis zu deren (friedlichen) Aktivitäten in den Straßen. Man sandte aber eine klare Botschaft aus: "VERSUCHT DAS NIE WIEDER!" Das Vorgehen des FBI (der US-Bundespolizei) gegen Kriegsgegner und Palästina-Aktivisten, das Ende September in der Durchsuchung von Häusern und Wohnungen in Minneapolis und Chicago gipfelte, war nur ein Vorbote der Maßnahmen, die bald gegen alle ergriffen werden, die es noch wagen, sich dem offiziellen Neusprech unseres von den Konzernen kontrollierten Staates zu widersetzen. Nach dem Vorbild der Orwellschen Gedankenpolizei haben die FBI-Agenten Handys, Computer, Dokumente und andere private Unterlagen beschlagnahmt. 26 der Aktivisten haben mittlerweile Vorladungen zu Gerichtsverhandlungen erhalten. Diese Vorladungen stützen sich auf ein Bundesgesetz, das "die materielle oder finanzielle Unterstützung ausländischer Terrororganisationen" verbietet. Der Große Bruder benutzt den Terrorvorwurf sogar bei Menschen, die wirklich nichts mit irgendwelchen Terroristen zu tun haben, als Allzweckwaffe, um uns vor uns selbst zu schützen.

"Erkennt ihr jetzt langsam, welche Welt wir schaffen werden?" schrieb Orwell. "Sie ist das genaue Gegenteil der dummen, auf Genuss ausgerichteten Utopien, die sich die alten Reformer vorgestellt haben. Wir schaffen eine Welt der Angst, der Heimtücke und der Qualen, eine Welt, in der jeder auf jedem herumtrampelt, die umso gnadenloser wird, je weiter sie sich entwickelt."

Chris Hedges ist ein führender Mitarbeiter des Nation Institute. Sein neuestes Buch hat den Titel “Death of the Liberal Class” (Tod der liberalen Klasse).

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP00311_050111.pdf


Mehr lesen:
http://principiis-obsta.blogspot.com/2011/01/2011-eine-schone-neue-anti-utopie.html

Quote

"Möchtest du nicht frei sein, Lenina?" fragt er sie.

"Ich weiß nicht, was du meinst. Ich bin doch frei, so frei, dass ich eine wunderbare Zeit erlebe. Heutzutage sind doch alle glücklich."

Er lachte "Ja, heutzutage hat jeder glücklich zu sein. Das lernen die Kinder ja schon mit fünf Jahren. Aber möchtest du nicht anders frei sein, damit du auch anders glücklich sein könntest, Lenina? Zum Beispiel auf deine eigene Weise und nicht wie alle anderen?"

"Ich weiß nicht, was du meinst," wiederholte sie noch einmal.
« Last Edit: January 07, 2011, 12:43:02 PM by Verschlußsache » Logged
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« on: January 07, 2011, 09:49:59 AM »

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« Reply #1 on: April 07, 2014, 07:06:03 PM »

WELCOME TO TERMINUS
http://www.washingtonsblog.com/2014/04/welcome-terminus.html

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Posted on April 7, 2014 by JimQ

“Life improves slowly and goes wrong fast, and only catastrophe is clearly visible.” – Edward Teller

I was a late arrival to the Walking Dead television program. I don’t watch much of the mindless drivel passing for entertainment on the 600 worthless channels available 24/7 on cable TV. I assumed it was another superficial zombie horror show on par with the teenage vampire crap polluting the airwaves. Last year a friend told me I had to watch the show. I was hooked immediately and after some marathon watching of seasons one and two, I understood the various storylines and back stories. What the show doesn’t openly reveal is the deeper meanings, symbolism, and lessons we can learn from viewing human beings trying to survive in a post-apocalyptic world. In my opinion, the horror and gore is secondary to the human responses to horrific circumstances and the consequences of individual and group decisions to their survival.
(...)
We are only given a short time on this earth and the end of the line will be the same for everyone. What matters is how we conduct ourselves during our own journey towards our personal Terminus. Have we served as a virtuous example for our children, sacrificed for others, and benefited humanity or have we displayed greed, avarice and selfishness during our trek through life? As we approach our own meeting with destiny, the actions and morality of individuals will matter. I don’t know the motivations of the writers creating the themes for the Walking Dead, but the show connects with me on a number of levels. I look around and see hordes of zombies everywhere.

Zombification of America

“The real hopeless victims of mental illness are to be found among those who appear to be most normal. Many of them are normal because they are so well adjusted to our mode of existence, because their human voice has been silenced so early in their lives that they do not even struggle or suffer or develop symptoms as the neurotic does. They are normal not in what may be called the absolute sense of the word; they are normal only in relation to a profoundly abnormal society. Their perfect adjustment to that abnormal society is a measure of their mental sickness. These millions of abnormally normal people, living without fuss in a society to which, if they were fully human beings, they ought not to be adjusted.” – Aldous Huxley – Brave New World Revisited
(...)


Comment:

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First there will be fascism … Not the velvet glove variety we have now … Real, bare knuckle fascism on a platform of the surveillance state enforced by the now ever present police state.

They are winding down democracy, good jobs and the future at a pace that won’t anger too many people at one time … the sheep left will tell themselves they have been spared.

After layer after layer of society is impoverished very few will be left to stand up to the police state. Everybody will be monitored. Punishment will be quick and without recourse.

How long the powers that be can manage this model is anybody’s guess. Hitler lasted but ten years, Franco lasted for decades. Most people will surrender quietly believing their cooperation means salvation.

« Last Edit: April 07, 2014, 07:11:39 PM by fehlfarben » Logged
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« Reply #1 on: April 07, 2014, 07:06:03 PM »

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« Reply #2 on: April 12, 2014, 07:06:59 AM »

Are black-budget ops creating new meta-crimes?
http://www.activistpost.com/2014/04/are-black-budget-ops-creating-new-meta.html

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Jon Rappoport
Activist Post

The Surveillance State has created an apparatus whose implications are staggering. It’s a different world now. And sometimes it takes a writer of fiction to flesh out the larger landscape.

Brad Thor’s novel, Black List, posits the existence of a monster corporation, ATS, that stands along side the NSA in collecting information on every move we make. ATS’ intelligence-gathering capability is unmatched anywhere in the world.

On pages 117-118 of Black List, Thor makes a stunning inference that, on reflection, is as obvious as the fingers on your hand:

“For years ATS had been using its technological superiority to conduct massive insider trading. Since the early 1980s, the company had spied on anyone and everyone in the financial world. They listened in on phone calls, intercepted faxes, and evolved right along with the technology, hacking internal computer networks and e-mail accounts. They created mountains of ‘black dollars’ for themselves, which they washed through various programs they were running under secret contract, far from the prying eyes of financial regulators.

“Those black dollars were invested into hard assets around the world, as well as in the stock market, through sham, offshore corporations. They also funneled the money into reams of promising R&D projects, which eventually would be turned around and sold to the Pentagon or the CIA.

“In short, ATS had created its own license to print money and had assured itself a place beyond examination or reproach.”



In real life, whether the prime criminal source is one monster corporation or a consortium of companies, or elite banks, or the NSA itself, the outcome would be the same.

It would be as Thor describes it.

We think about total surveillance as being directed at private citizens, but the capability has unlimited payoffs when it targets financial markets and the people who have intimate knowledge of them.

“Total security awareness” programs of surveillance are ideal spying ops in the financial arena, designed to suck up millions of bits of inside information, then utilizing them to make investments and suck up billions (trillions?) of dollars.

It gives new meaning to “the rich get richer.”
(...)
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« Reply #2 on: April 12, 2014, 07:06:59 AM »

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« Reply #3 on: April 13, 2014, 09:29:06 AM »

Kafka’s America: A Society At War With Itself
http://www.globalresearch.ca/kafkas-america-a-society-at-war-with-itself/5377348
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Society is in motion, only it’s heading backwards.

Many a thinker have wondered about the true meaning of the latin term status quo, which is short for ”in statu quo”. We use this term every day in discourse. It’s popularly understood as meaning “keeping the things the way they are presently.” The term in itself has become meaningless, because it is incomplete. That term was originally part of a longer phrase based on “in statu quo res erant ante bellum,” which translated means, “in the state in which things were before the war.” In the context of the 14th diplomatic latin language from which the term is derived, it’s referring to an end to a ‘Marshal Law’ scenario, or the withdrawal of enemy troops and the restoration of power to pre-war leadership.

In case you haven’t noticed, America, and Europe, we are presently locked into a permanent state of war, or war state. The question is, against who? As the existential enemy fades into irrelevance, the state has become fixated on its own people.

Societies and political cultures only have two directions to take – they either mature and thrive, or fester in a state of arrested, or negative development. In America, you can count on any political party in power - whether its a Democratic regime, or a Republican one, to always insist that “things have never been better” in the country. The same can be said between Labour and Conservative in Great Britain. We’ve all heard that tired old line, over and over again. It seems to be built into the political machine code in our ‘mature democracies.’ Why? Because no political advisor or head of communications wants to stick their neck out in the event that a strategy of realism triggers a slump in the polls, so they opt for the politically correct option, which is in their minds the easy way.

Americans especially, do not like realism – and mobs will almost always rail against it – even if what they’re hearing is true. Just look at what happened to Texas Congressman Ron Paul, taunted and crucified by media, Democrats and Republican, and even by the Israel lobby (Sheldon Adelson’s gang forked out roughly $5 million to run negative ad  campaigns against Paul during the 2012 primaries), all for being a realist. Establishment gatekeepers and culture makers are now attempting to make realism ubiquitous with their own derogatory term, ‘conspiracy theory.’
(...)
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