Wale sterben an Senegals Küste23. Mai 2008Laut der Umwelt- und Tierschutzorganisation WWF verendeten bis vorgestern 38 Pilotwale (auch Grindwale genannt) an der Küste Senegals (Westafrika). Die toten Meeressäuger gehörten zu einer Wal-Schule von ca. 100 Tieren, die sich am Dienstagabend dem Strand der Hauptstadt Dakar genähert hatte.
Wie netzeitung.de berichtet, konnten etwa 60 Tiere zurück ins Meer geleitet werden. Darunter befand sich auch eine Walmutter mit ihrem neugeborenen Baby.
Es gibt verschiedene Vermutungen, warum es immer wieder zu solch dramatischen Massenstrandungen kommt. Der WWF vertritt die “Lärm-Theorie”: Da der Lärm in den Meeren immer mehr zunimmt, “verschwimmen” sich die Wale und landen in flachen Gewässern. Im schlickigen Untergrund funktioniert dann die Echolot-Orientierung nicht mehr so gut. Dass bei vielen verendeten Walen Blutungen im Innenohr festgestellt wurden, deuten manche Forscher als Schädigungen durch allzu großen Lärm (z.B. von Unterwasser-Militärübungen verursacht).
Dr. Klaus Vanselow und der Geologe Dr. Klaus Ricklefs vom Forschungs- und Technologiezentrum in Büsum meinen, dass die Strandungen mit der Sonnenenergie zusammenhängen. “90 Prozent der Pottwale zwischen 1712 und 2003 strandeten immer dann in der Nordsee, wenn es auf der Sonne heftige Aktivitäten zu verzeichnen gab. Hohe Sonnenaktivität beeinflusst das Magnetfeld der Erde. Daraus zogen sie den Schluss, dass sie damit möglicherweise auch den Orientierungssinn der Wale stört. Sie navigieren mit der mit Magnetkristallen angereicherten Melone im Kopf der Zahnwale. Denn dieses Magnetfeld benötigen die Tiere neben ihrem körpereigenen Sonarsystem zur Navigation als globales Positionierungs-System.” (Zitat: netzeitung)
Eine weitere Erklärung in Bezug auf die Pottwal-Strandungen in der Nordsee liefert die Tierenzyklopädie “Arche Online”: “Zu bestimmten Zeiten laufen die Ebbe-Flutwellen parallel zum Golfstrom, die Wale können hier zwischen Golf und Flutstrom nicht unterscheiden und gelangen in die Nordsee. Ziehen sie westlich an der englischen Küste entlang, durchziehen sie unbemerkt die Nordsee. Ziehen sie aber in der östlichen Nordsee, wo Ebbe und Flut laufend wechseln und zu Turbulenzen führen, schwimmen sie orientierungslos hin und her. Laufen bei Ebbe die Priele oder die Flüsse leer, meinen sie, dass dies der richtige Weg ist, schwimmen gegen den Ebbstrom und geraten bald in Untiefen.” (Zitat: netzeitung)
Australische Forscher machen Klimaschwankungen für die Massenstrandungen verantwortlich. So haben sie beobachtet, dass es an der Küste Australiens besonders viele Strandungen gibt, wenn starke Winde kaltes Wasser in die Nähe des Landes treiben. Im kalten Wasser gibt es mehr Nahrung, also folgen die Wale dem Nahrungsangebot in Richtung Küste. (Quelle: netzeitung)
http://www.meeresakrobaten.de/wo/aktuelles/2008/05/23/wale-sterben-an-senegals-kueste/http://www.netzeitung.de/wissenschaft/1027698.html