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Erinnerungsforum > Gesundheit > Meditation Yoga etc. > Topic: Eckhart Tolle
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Author Topic: Eckhart Tolle  (Read 10970 times)
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earthling
Guest
Eckhart Tolle
« on: November 12, 2007, 12:35:01 am »

Eckhart Tolle fühlt sich keiner geistigen oder gar religiösenTradition verpflichtet, doch Parallelen gibt es vor allem zum Advaita Vedanta, zum Taoismus oder zum Zen Buddhismus. In seinem Buch "Jetzt!" legt er den Lesern nahe, auf leichte Art immer wieder zum gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren, anstatt in der erinnerten Vergangenheit zu verweilen oder sich vor einer eingebildeten Zukunft zu fürchten. Der gegenwärtige Augenblick sei alles, was wirklich real sei, so Tolle, und bewußt in der Gegenwart zu sein erschließe eine Bewußtheit, die jenseits der Gedanken und der Emotionen liege. Durch das bewußte Fühlen der im jeweiligen Moment präsenten Gefühle könne man auch den so genannten "Schmerzkörper" auflösen, der durch die Identifikation des Intellekts mit dem Körper entstehe. http://de.wikipedia.org/wiki/Eckhart_Tolle

dieser link führt zur homepage von Eckhart Tolle http://www.eckharttolle.com/

und auf youtube gibts viele kurzausschnitte von seinen reden...

Eckhart Tolle - not reacting to content
http://www.youtube.com/watch?v=UPg9DnMP2D4


Eckhart Tolle - Your Pain Body is very Seductive
http://www.youtube.com/watch?v=4aUjLiLiriA


Eckhart Tolle - Quite Ordinary
http://www.youtube.com/watch?v=AugWiDv17Yg


Eckhart Tolle - the enormous power of YES
http://www.youtube.com/watch?v=Bg9lY7_hCGA


Eckhart Tolle - the NO has a momentum
http://www.youtube.com/watch?v=t8kA4eu_r88


Eckhart Tolle - Untying the knot (the not)
http://www.youtube.com/watch?v=SqFu83qUcoY


Eckhart Tolle on Being Yourself
http://www.youtube.com/watch?v=j42cTkiGdXY


Eckhart Tolle on Listening
http://www.youtube.com/watch?v=nmUiQHti9VE


« Last Edit: June 05, 2008, 08:57:18 pm by earthling » Logged
earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #1 on: November 12, 2007, 12:45:03 am »

Eckhart Tolle - Audio

habe  drei schöne audio-aufnahmen von Eckhart Tolle mit 5-10min Vorhörmöglichkeit bei Sounds True  gefunden. Der Verlag Sounds True bietet dort die The Eckhart Tolle Audio Collection an. http://store.soundstrue.com/aw00637d.html

dies, allerdings wirklich nur teaser (2min): Die Zeitschrift What is Enlightment. Ein Interview von A. Cohen mit E. Tolle.
http://www.wie.org/unbound/media.asp?id=37   


auch ein podcast kann zur erleuchtung führen! beim zencast gibts einige Longplayer zu E.T.
http://amberstar.libsyn.com/index.php?post_category=Eckhart%20Tolle
Auf direct download clicken. oder hier oder hier. guter sound!
bei zencast gibts auch die super idee eines meditation-timers mit 30, 20 oder 10 Minuten Länge .
« Last Edit: November 12, 2007, 12:46:49 am by earthling » Logged
earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #2 on: November 12, 2007, 12:48:00 am »

Hier ein Auszug aus dem  Buch "JETZT" von Eckhart Tolle. Viel Spaß beim Lesen. Dies ist der Anfang des ersten Kapitels:

DU BIST NICHT DEIN VERSTAND
DAS GRÖSSTE HINDERNIS AUF DEM WEG  ZUR ERLEUCHTUNG   

Frage: Erleuchtung - was ist das? 
Ein Bettler hatte mehr als dreißig Jahre am Straßenrand  gesessen. Eines Tages kam ein Fremder vorbei. "Hast du mal 'ne  Mark?", murmelte der Bettler und hielt mechanisch seine alte  Baseballmütze hin. "Ich habe dir nichts zu geben", sagte der  Fremde und fragte dann: "Worauf sitzt du da eigentlich?"  "Ach", antwortete der Bettler, "das ist nur eine alte Kiste. Da  sitze ich schon drauf, solange ich zurückdenken kann."  "Hast du da mal reingeschaut?", fragte der Fremde.  "Nein," sagte der Bettler, "warum auch? Es ist ja doch nichts drin."  "Schau hinein", drängte der Fremde.  Es gelang dem Bettler, die Kiste aufzubrechen. Voller  Erstaunen, Unglauben und Begeisterung entdeckte er, dass die  Kiste mit Gold gefüllt war.
   
Ich bin dieser Fremde, der dir nichts zu geben hat und der dir  rät, nach innen zu schauen. Nicht in irgendeine Kiste wie in dem  Gleichnis, sondern viel näher: in dich selbst.   
"Aber ich bin doch kein Bettler", höre ich dich sagen.   
Alle, die ihren wahren Reichtum noch nicht gefunden haben,  die strahlende Freude des Seins und den tiefen,  unerschütterlichen Frieden, der damit einhergeht, alle die sind  Bettler, mögen sie materiell auch noch so reich sein. Sie suchen im Außen nach Vergnügen und Erfüllung, nach Wertschätzung,  Sicherheit und Liebe, während sie einen Schatz in sich tragen,  der all diese Dinge beinhaltet und zugleich unendlich viel größer  ist als alles, was die Welt anzubieten hat.   
Das Wort Erleuchtung lässt an eine Art übermenschlicher  Fähigkeit denken und das Ego möchte daran festhalten. Doch  Erleuchtung ist ganz einfach dein natürlicher Zustand von  empfundener Einheit mit dem Sein. In diesem Zustand bist du  mit etwas Unermesslichem und Unzerstörbarem verbunden, mit  etwas, das paradoxerweise du selbst bist und das zugleich etwas  viel Größeres ist als du. Es geht um das Entdecken deiner  wahren Natur jenseits von Name und Form. Die Unfähigkeit zu  fühlen, dass du derart verbunden bist, führt zu der Illusion von  Trennung. Trennung von dir selber und von deiner Umwelt.  Dann nimmst du dich selbst, bewusst oder unbewusst, als ein  isoliertes Fragment wahr. Angst entsteht, innere und äußere  Konflikte werden die Norm.   
Ich liebe die schlichte Definition des Buddha für Erleuchtung:  "Das Ende allen Leidens." Daran ist nichts übermenschlich,  oder? Diese Definition ist allerdings nicht vollständig. Sie  erklärt nur, was Erleuchtung nicht ist: Leiden. Aber was bleibt  übrig, wenn es kein Leiden mehr gibt? Buddha schweigt dazu,  und sein Schweigen deutet an, dass du es selbst herausfinden  musst. Er benutzt eine negative Definition, so dass der Verstand  keinen neuen Glauben daraus machen, es nicht zu einer  übermenschlichen Fähigkeit hochstilisieren kann, zu einem Ziel,  welches du niemals erreichen kannst. Trotz dieser  Vorsichtsmaßnahme glaubt die Mehrheit der Buddhisten  weiterhin, dass Erleuchtung nur etwas für einen Buddha ist,  nicht für sie selbst, zumindest nicht in diesem Leben.   

Frage: Du hast den Begriff Sein benutzt. Kannst du erklären, was du  damit meinst?   
Das Sein ist das ewige, immer gegenwärtige Eine Leben  jenseits der unzähligen Erscheinungen, die Geburt und Tod  unterworfen sind. Doch das Sein befindet sich nicht nur jenseits  von Formen, sondern auch tief im Innern der Formen als ihre  innerste unsichtbare und unzerstörbare  Essenz. Das bedeutet,  das Sein ist jetzt zugänglich für dich, ist dein eigenes tiefstes  Selbst, deine wahre Natur.   
Aber versuche nicht, es mit dem Verstand zu erfassen. Du  erfährst es nur, wenn der Verstand still ist. Wenn du  gegenwärtig bist, wenn deine Aufmerksamkeit voll und ganz auf  das Jetzt gerichtet ist, dann wird das Sein spürbar, aber es  entzieht sich dem Begreifen des Verstandes. Die Bewusstheit  des Seins wiederzuerlangen und in dem Zustand von  "fühlendem Erkennen" zu verbleiben, das ist Erleuchtung. 
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Buch gibts u.a. bei amazon und sonst auch überall im handel.

http://www.amazon.de/JETZT-Gegenwart-Leitfaden-spirituellen-Erwachen/dp/3933496535
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earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #3 on: November 12, 2007, 12:49:49 am »

hier ein weiterer  Auszug aus dem Buch "JETZT" von Eckhart Tolle.

BEWUSSTSEIN: DER WEG AUS  DEM SCHMERZ HERAUS

ERSCHAFFE KEINEN NEUEN SCHMERZ IN  DER GEGENWART
   
Frage: Niemandes Leben ist gänzlich frei von Schmerz und Kummer. Geht es nicht darum zu lernen, mit ihnen zu leben, anstatt zu  versuchen, sie zu vermeiden?   

Der größte Teil menschlichen Schmerzes ist unnötig. Solange  der unbeobachtete Verstand dein Leben regiert, erschaffst du  den Schmerz selber.
Der Schmerz, den du jetzt erschaffst, entspringt aus deiner  Ablehnung dessen, was ist, aus deinem unbewussten  Widerstand. Auf der Ebene des Verstandes entspricht  Widerstand einer Form von Beurteilung, auf der emotionalen  Ebene einer Form von Negativität. Die Intensität des Schmerzes  hängt vom Grad des Widerstandes gegenüber dem  gegenwärtigen Moment ab, und der wiederum hängt davon ab,  wie stark du mit deinem Verstand identifiziert bist. Der  Verstand sucht immer danach, das Jetzt zu vermeiden und ihm  zu entkommen. Mit anderen Worten, je mehr du mit deinem  Verstand identifiziert bist, desto mehr leidest du. Oder du kannst  es auch so ausdrücken: Je mehr du fähig bist, das Jetzt  anzuerkennen und zu akzeptieren, desto freier bist du von  Schmerz und Leiden - frei vom Ego-Verstand.
   
Warum verleugnet der Verstand gewöhnlich das Jetzt und  leistet ihm Widerstand?

Er kann ohne Zeit, ohne Vergangenheit  und Zukunft nicht funktionieren und in Kontrolle bleiben und  nimmt deshalb das zeitlose Jetzt als bedrohlich wahr. Zeit und  Verstand sind in Wahrheit untrennbar.
Stell dir die Welt ohne menschliches Leben vor, nur von  Pflanzen und Tieren bewohnt. Würde es immer noch  Vergangenheit und Zukunft geben? Könnten wir immer noch  sinnvoll von Zeit reden? Die Fragen "Wie viel Uhr ist es?" oder  "Welches Datum ist heute?" wären ziemlich bedeutungslos -  falls es überhaupt jemanden gäbe, der diese Fragen stellen  würde. Die Eiche oder der Adler wären verwirrt über solche  Fragen. "Zeit?", würden sie fragen, "was für eine Zeit? Es ist  doch Jetzt. Die Zeit ist jetzt. Was sonst?"
Ja, wir brauchen den Verstand wie auch die Zeit, um in dieser  Welt zu funktionieren, aber es kommt der Punkt, an dem sie von  unserem Leben Besitz ergreifen, und da beginnen Krankheit,  Schmerz und Kummer. 
Um sicher zu gehen, dass er die Kontrolle behält, ist der  Verstand ununterbrochen damit beschäftigt, den gegenwärtigen  Moment mit Vergangenheit und Zukunft abzudecken. Das  lebendige und unendlich kreative Potenzial des Seins, welches  vom Jetzt nicht zu trennen ist, wird genauso von Zeit überdeckt  wie deine wahre Natur vom Verstand. Eine immer schwerer  werdende Last von Zeit hat sich im menschlichen Verstand  angesammelt. Alle Individuen leiden unter dieser Last, aber  trotzdem vergrößern sie sie ständig. Das passiert immer, wenn  sie den unendlich wertvollen gegenwärtigen Moment ablehnen,  ignorieren oder ihn als Mittel missbrauchen, um zu einem  zukünftigen Moment zu gelangen, der wiederum nur im  Verstand existiert, nie in der Realität. Die Anhäufung von Zeit  im kollektiven und individuellen menschlichen Verstand enthält  auch eine enorme Menge Restschmerz aus der Vergangenheit.
Wenn du für dich und andere keinen Schmerz mehr erschaffen möchtest, wenn du den Restschmerz aus der  Vergangenheit, der immer noch in dir lebt, nicht mehr  vermehren möchtest, dann höre auf, Zeit zu erschaffen, oder  erschaffe zumindest nur so viel, wie nötig ist, um mit den  praktischen Aspekten des Lebens umzugehen. 
 
Wie hört man auf, Zeit zu erschaffen?

Erkenne zutiefst, dass  dein ganzes Leben sich im gegenwärtigen Moment abspielt.  Stelle das Jetzt ins Zentrum deines Lebens. Während du vorher  in der Zeit gelebt und dem Jetzt nur kurze Besuche abgestattet  hast, verbleibe von nun an im Jetzt und statte der Vergangenheit  und der Zukunft kurze Besuche ab, wenn das nötig ist, um mit  den praktischen Aspekten deiner Lebenssituation umzugehen.  Sage immer "Ja" zum gegenwärtigen Moment.
Was könnte  sinnloser, wahnsinniger sein als inneren Widerstand gegen  etwas aufzubauen, das bereits da ist? Was könnte verrückter sein  als sich dem Leben selbst entgegenzustellen, das jetzt und  immer jetzt ist? Gib dich dem hin, was ist. Sage "Ja" zum Leben  - und schau, wie das Leben plötzlich beginnt, für dich zu  arbeiten anstatt gegen dich.
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earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #4 on: November 12, 2007, 12:50:31 am »

Ein weiterer Auszug aus dem Buch "JETZT" von Eckhart Tolle. Es ist der Anfang des dritten Kapitels, welches die Überschrift trägt: EINE BEWEGUNG TIEF IN DIE  GEGENWART HINEIN 

SUCHE DICH NICHT IM VERSTAND
   
Frage: Ich habe das Gefühl, dass ich noch eine Menge über die  Funktionsweise meines Verstandes lernen muss, bevor ich auch  nur in die Nähe vollkommener Bewusstheit oder spiritueller  Erleuchtung komme.   

Nein, das musst du nicht. Die Probleme des Verstandes  können nicht auf der Verstandesebene gelöst werden. Wenn du  einmal die grundlegende Störung begriffen hast, dann gibt es  nicht mehr viel, was du lernen  oder verstehen musst. Die  Schwierigkeiten des Verstandes zu studieren mag dich zu einem  guten Psychologen machen, es wird dich aber nicht über den  Verstand hinausbringen, genau wie das Erforschen von  Verrücktheit nicht genug ist, um geistige Gesundheit  herzustellen.
Du hast den Grundmechanismus des unbewussten  Zustandes schon verstanden: Identifikation mit dem Verstand,  durch die ein falsches Selbst, das Ego, als Ersatz für das wahre,  im Sein verwurzelte Selbst erschaffen wird. Du wirst zu einer  "vom Weinstock abgeschnittenen Rebe", wie Jesus es ausdrückt. 
 
Die Bedürfnisse des Ego sind endlos. Es fühlt sich verletzlich und bedroht und lebt dauernd in einem Zustand von Angst und  Bedürftigkeit. Wenn du die grundlegende Störung einmal  verstanden hast, dann gibt es keinen Grund mehr, ihre  zahlreichen Erscheinungen zu erforschen oder ein komplexes  persönliches Problem daraus zu machen. Genau das liebt das  Ego nämlich sehr. Es ist immer auf der Suche nach etwas, an  dem es sich festhalten kann, um sein trügerisches Selbstgefühl  aufrechtzuerhalten und zu stärken, und es wird sich bereitwillig  an deinen Problemen festhalten.

Darum ist für so viele  Menschen ein Großteil ihrer Selbstwahrnehmung eng mit ihren Problemen verbunden. Wenn das erst mal so ist, dann wollen sie  auf keinen Fall davon befreit werden; das würde den Verlust des Selbst bedeuten. Das Ego kann ein großes Interesse daran haben,  Schmerz und Leiden aufrechtzuerhalten.   
Sobald du also die Identifikation mit dem Verstand als Wurzel der Unbewusstheit erkannt  hast, was natürlich auch die  Emotionen mit einschließt, trittst du aus ihr heraus. Du wirst  gegenwärtig. Wenn du gegenwärtig bist, kannst du dem  Verstand erlauben, so zu sein, wie er ist, ohne dich in ihn zu  verwickeln. Der Verstand an sich ist nicht gestört. Er ist ein wunderbares Werkzeug. Die Störung beginnt, wenn du dein Selbst in ihm suchst und ihn fälschlicherweise für das hältst, was du bist. Dann wird er zum Ego-Verstand und übernimmt die  Macht über dein ganzes Leben.


aus: Eckhart Tolle  Jetzt! - Die Kraft der  Gegenwart / Ein Leitfaden zum  spirituellen Erwachen   ISBN 3-933496-53-5  Originalausgabe: The Power Of Now - A Guide To Spiritual Enlightenment      Aus dem Amerikanischen von Christine Bolam und Marianne Savita Nentwig
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earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #5 on: November 12, 2007, 12:51:20 am »

STRATEGIEN DES VERSTANDES,  UM DIE GEGENWART ZU  VERMEIDEN
ein weiterer Auszug  aus dem Buch "JETZT" von Eckhart Tolle, dies ist der Anfang des vierten Kapitels: 

DER VERLUST DES JETZT: DIE ZENTRALE  TÄUSCHUNG   

Frage: Selbst wenn ich vollkommen akzeptiere, dass Zeit eine  Illusion ist, was für einen Unterschied macht das in meinem  Leben? Ich muss weiterhin in einer Welt leben, die völlig von  Zeit dominiert wird.   

Solange deine Einsicht intellektuell bleibt, ist sie nur ein  weiterer Glaube und wird in deinem Leben nichts verändern.  Um diese Wahrheit zu erkennen, musst du sie leben. Wenn jede  Zelle deines Körpers so präsent ist, dass sie mit Lebendigkeit  pulsiert, und du diese Lebendigkeit in jedem Moment als Freude  des Seins fühlen kannst, dann kann man sagen, dass du frei von  Zeit bist. 

Frage:  Aber ich muss immer noch morgen meine Rechnungen  bezahlen und ich werde immer noch älter werden und sterben  wie jeder andere auch. Wie kann ich also jemals sagen, ich bin frei von Zeit?   

Die Rechnungen von morgen sind nicht das Problem. Die  Auflösung des physischen Körpers ist kein Problem. Der Verlust  des Jetzt ist das Problem, oder eher: die zentrale Täuschung, die  eine Situation, ein Ereignis oder eine Emotion zu einem  persönlichen Problem macht und zu Leiden führt. Verlust des  Jetzt ist Verlust des Seins.
   
Frei von Zeit zu sein bedeutet, frei zu sein von dem  psychologischen Bedürfnis nach Vergangenheit und Zukunft -  nach Vergangenheit, weil sie dir eine Identität gibt, nach  Zukunft, weil sie Erfüllung verspricht. Das bedeutet die  grundlegendste Umwandlung des Bewusstseins, die du dir  vorstellen kannst. In einigen seltenen Fällen geschieht diese  Umstellung im Bewusstsein auf dramatische Weise und sehr  radikal, ein für alle Mal. Normalerweise passiert das durch totale  Hingabe mitten im tiefsten Leiden. Die meisten Menschen  müssen jedoch daran arbeiten. 

Wenn du die ersten kurzen Einblicke in den zeitlosen Zustand  des Bewusstseins getan hast, dann beginnst du, dich zwischen  den Dimensionen von Zeit und Gegenwärtigkeit hin- und  herzubewegen. Zunächst wird dir bewusst, wie selten deine  Aufmerksamkeit in der Gegenwart ist. Aber zu wissen, dass du  nicht präsent bist, ist schon ein großer Erfolg: Dieses Wissen ist  Präsenz  - sogar wenn anfänglich auf der Uhr nur ein paar  Sekunden verstreichen, bevor es wieder verloren geht. Öfter und  öfter wählst du dann, dein Bewusstsein auf den gegenwärtigen  Moment zu fokussieren statt in die Vergangenheit oder in die  Zukunft, und jedes Mal, wenn du erkennst, dass du das Jetzt  verloren hattest, kannst du länger in ihm verweilen als nur ein  paar Sekunden - an der äußeren Uhrzeit gemessen werden es  immer längere Perioden. Bevor du also wirklich im Zustand der  Gegenwärtigkeit gefestigt bist, bevor du sozusagen vollkommen  bewusst bist, wirst du dich für eine Weile zwischen Bewusstheit  und Unbewusstheit hin- und herbewegen, zwischen dem  Zustand von Gegenwärtigkeit und dem Zustand von  Identifikation mit dem Verstand. Du verlierst das Jetzt und  kehrst wieder zu ihm zurück, immer und immer wieder.  Schließlich wird Gegenwärtigkeit dein vorherrschender Zustand  sein.   

Die meisten Menschen erfahren Gegenwärtigkeit entweder  überhaupt nicht oder nur zufällig und kurz, bei seltenen  Gelegenheiten, ohne sie zu erkennen. Sie wechseln nicht zwischen Bewusstheit und Unbewusstheit, sondern nur  zwischen verschiedenen Ebenen von Unbewusstheit.

aus: Eckhart Tolle  Jetzt! - Die Kraft der  Gegenwart / Ein Leitfaden zum  spirituellen Erwachen   ISBN 3-933496-53-5  Originalausgabe: The Power Of Now - A Guide To Spiritual Enlightenment      Aus dem Amerikanischen von Christine Bolam und Marianne Savita Nentwig
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earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #6 on: November 12, 2007, 12:52:17 am »

...und hier gehts weiter im vierten Kapitel aus dem Buch "JETZT" von Eckhart Tolle, von dem der anfang bereits hier gepostet wurde.

GEWÖHNLICHE UNBEWUSSTHEIT UND TIEFE  UNBEWUSSTHEIT   

Frage: Was meinst du mit verschiedenen Ebenen von  Unbewusstheit?   

Wie du wahrscheinlich weißt, bewegst du dich im Schlaf  ständig zwischen Phasen von traumlosem Schlaf und dem  Traumzustand hin und her.
Ganz ähnlich wechselt sich bei den  meisten Menschen auch im Wachzustand nur die gewöhnliche  Unbewusstheit mit der tiefen Unbewusstheit ab. Was ich gewöhnliche Unbewusstheit nenne, bedeutet identifiziert zu sein mit deinen Gedankenprozessen und Emotionen, deinen  Reaktionen, Wünschen und Abneigungen.
Das ist der normale  Zustand der meisten Menschen. In diesem Zustand wirst du vom  Ego-Verstand beherrscht und bist dir des Seins nicht bewusst.  Bei diesem Zustand geht es nicht um akuten Schmerz oder  Unglücklichsein, sondern um eine Art Hintergrundgefühl aus  Unbehagen, Langeweile, Unzufriedenheit oder Nervosität - wie  ein ständiges Rauschen. Du bemerkst das vielleicht gar nicht,  denn es ist so sehr Teil des "normalen" Lebens wie all die leisen.
Hintergrundgeräusche  - das Summen des Eisschranks zum  Beispiel -, die du erst bemerkst, wenn sie aufhören. Und dann ist  da ein Gefühl von Erleichterung. Viele Menschen benutzen  Alkohol, Drogen, Sex, Essen, Arbeit, Fernsehen und sogar  Einkaufen als Betäubungsmittel in dem unbewussten Versuch,  das grundlegende Unbehagen zu beseitigen. Aktivitäten, die in  Maßen ausgeübt viel Freude bringen können, werden auf diese  Weise zwanghaft. Sie werden zu Süchten und bringen nichts  mehr außer einer kurzfristigen Symptomerleichterung.   
Wenn die Dinge "schief gehen", wandelt sich das Unbehagen gewöhnlicher Unbewusstheit in den Schmerz der tiefen  Unbewusstheit - in einen Zustand, in dem du leidest und dich  unglücklich fühlst. Das passiert zum Beispiel, wenn dein Ego  bedroht wird oder wenn in deiner Lebenssituation reale oder  eingebildete Herausforderungen drohen wie Gefahr, Verlust,  Beziehungskonflikte. Es ist eine intensivierte Form der  gewöhnlichen Unbewusstheit - nicht die Art ist anders, sondern  das Ausmaß.   
Gewöhnliche Unbewusstheit ist ein Zustand, in dem die  Menschen mit ihrem Widerstand und ihrer Leugnung dessen,  was ist, eine ständige Unzufriedenheit herstellen, ein Gefühl von  Anspannung, das sie dann als das normale Leben akzeptieren. 
Wenn dieser Widerstand durch irgendeine Herausforderung oder eine Bedrohung des Ego stärker wird, bringt  er starke  Negativität wie Wut, akute Angst, Aggression, Depression und  so weiter hervor. Tiefe Unbewusstheit bedeutet oft, dass der  Schmerzkörper aktiviert wurde und du dich mit ihm identifiziert  hast. Körperliche Gewalt wäre ohne tiefe Unbewusstheit  unmöglich. Sie entsteht auch leicht, wenn eine Menschenmenge  oder sogar eine ganze Nation ein negatives kollektives Energiefeld erzeugt.   
Der beste Maßstab für deinen Grad an Bewusstheit ist, wie du  mit den Herausforderungen des Lebens umgehst, wenn sie auf  dich zukommen. Jemand, der schon unbewusst ist, neigt dann dazu, noch unbewusster zu werden. Ein bereits bewusster  Mensch wird wesentlich bewusster. Du kannst eine Herausforderung benutzen, um aufzuwachen, oder du kannst sie  benutzen, um noch tiefer zu schlafen. Der Traum gewöhnlicher  Unbewusstheit verwandelt sich dann in einen Albtraum.   
Wenn du schon unter normalen Umständen nicht gegenwärtig sein kannst, zum Beispiel wenn du alleine in einem Raum sitzt,  durch den Wald spazierst oder jemandem zuhörst, dann wirst du  sicher nicht in der Lage sein, bewusst zu bleiben, wenn etwas  "schief geht" oder wenn du mit schwierigen Menschen oder  Situationen konfrontiert wirst, mit drohendem oder aktuellem  Verlust. Die Reaktion, die dich dann überwältigt und in tiefe  Unbewusstheit stürzt, ist letzten Endes immer eine Art von  Angst. Diese Herausforderungen sind deine Tests. Nur die Art,  wie du mit ihnen umgehst, wird dir und anderen zeigen, wo du  in puncto Bewusstheit stehst. Das zeigt sich nicht daran, wie  lange du mit geschlossenen Augen sitzen kannst und welche  Visionen du hast.

Es ist also erforderlich, in normalen Situationen, wenn alles  relativ gut geht, mehr Bewusstsein in dein Leben zu bringen.  Auf diese Weise entwickelst du Gegenwartskraft. Sie erzeugt  ein Energiefeld von hoher Vibrationsfrequenz in dir und um dich herum. Keine Unbewusstheit, keine Negativität, keine Disharmonie oder Gewalt kann dieses Feld betreten und dabei  überleben, genauso wie die Dunkelheit in der Gegenwart des  Lichtes nicht überleben kann.   
Zeuge deiner Gedanken und Gefühle zu sein, ist die  Grundlage für deine Gegenwärtigkeit. Wenn du das lernst, wirst  du irgendwann sicher überrascht sein über das  Hintergrundrauschen, das die gewöhnliche Unbewusstheit mit  sich bringt, und darüber, wie selten du dich wirklich wohl fühlst  in dir selber, wenn es überhaupt je passiert. Auf der Ebene  deines Denkens wirst du eine Menge Widerstand in Form von  Urteilen, Unzufriedenheit und mentalen Projektionen finden, die  dich vom Jetzt wegziehen wollen. Auf der emotionalen Ebene  wirst du eine Unterströmung von Unbehagen, Spannung,  Langeweile oder Nervosität entdecken. Beides sind Aspekte des  Verstandes in seinem Zustand normalen Widerstands. 

aus: Eckhart Tolle  Jetzt! - Die Kraft der  Gegenwart / Ein Leitfaden zum  spirituellen Erwachen   ISBN 3-933496-53-5
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earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #7 on: November 12, 2007, 12:53:05 am »

Hier eine Leseprobe aus dem jüngsten Buch von Eckhart Tolle: Eine neue Erde

1. DAS AUFBLÜHEN DES MENSCHLICHEN BEWUSSTSEINS

Evokation

Ein Morgen auf der Erde vor 114 Millionen Jahren kurz nach Sonnenaufgang: Die erste Blütenpflanze, die auf dem Planeten erscheint, öffnet ihren Kelch den Strahlen der Sonne. Vor diesem bedeutsamen Augenblick, der eine evolutionäre Verwandlung im Leben der Pflanzen einleitet, war die Erde schon viele Millionen Jahre von Grünpflanzen bedeckt. Die erste Blütenpflanze hat wahrscheinlich nicht lange überlebt, und Blumen müssen über einen langen Zeitraum eine große Seltenheit geblieben sein, da die Umwelt ihre Ausbreitung höchstwahrscheinlich noch nicht begünstigte. Aber eines Tages muss der kritische Punkt überschritten worden sein, und dann gab es plötzlich ein Feuerwerk von Farben und Düften überall auf dem Erdball - nur dass kein wahrnehmendes Bewusstsein da war, um Zeuge dieser Entwicklung zu werden.
  Erst viel später sollten die zarten, vergänglichen Gebilde, die wir Blumen nennen, eine wesentliche Rolle für die Evolution des Bewusstseins einer anderen Art spielen. Irgendwann waren Menschen von ihnen fasziniert und fühlten sich immer stärker zu ihnen hingezogen. Sowie sich deren Bewusstsein weiterentwickelte, waren Blumen vermutlich das erste physische Objekt, das sie wertschätzten, obwohl es keinen Gebrauchswert für sie hatte, also nicht mit dem Überleben in Zusammenhang stand. Unzählige Künstler, Dichter und Mystiker haben sich von Blumen inspirieren lassen. Jesus hat uns die Lilien auf dem Felde zur Betrachtung und als Vorbild für unser Leben empfohlen. Buddha soll einmal eine "stille Predigt" gehalten haben, indem er eine Blume hoch hielt und sie ansah. Nach einiger Zeit begann ein Mönch mit Namen Mahakasyapa zu lächeln. Es heißt, er sei der Einzige gewesen, der die Predigt verstanden hat. Der Legende zufolge wurde sein Lächeln (die "Erkenntnis") von seinen 28 Nachfolgern weitergegeben und begründete schließlich den Zen-Buddhismus.
  Einem Menschen, der die Schönheit einer Blume sieht, werden dadurch vielleicht - sei es auch nur flüchtig - die Augen geöffnet für die Schönheit seines eigenen tiefsten Wesens, seiner eigenen wahren Natur. Zum ersten Mal Schönheit zu erkennen war eines der bedeutendsten Ereignisse in der Evolution des menschlichen Bewusstseins. Die Gefühle der Freude und Liebe sind im Innersten mit dieser Erkenntnis verbunden. Ohne dass es uns richtig bewusst war, wurden Blumen für uns zum Form gewordenen Ausdruck des Höchsten, Heiligsten und letztlich Formlosen in uns selbst. Blumen, die flüchtiger, ätherischer und zarter waren als die Grünpflanzen, aus denen sie hervorgingen, wirkten auf uns wie Boten aus einer anderen Welt, wie eine Brücke zwischen der Dimension der physischen Formen und dem Formlosen. Sie verströmten nicht nur einen zarten, dem Menschen angenehmen Geruch, sondern auch Duft aus dem Reich des Geistes. Wenn wir das Wort "Erleuchtung" in einem umfassenderen Sinn begreifen als dem herkömmlichen, können wir Blumen als die Erleuchtung der Pflanzenwelt betrachten.
  Von jeder Lebensform auf jeder Stufe - ob Stein, Pflanze, Tier oder Mensch - lässt sich sagen, dass sie eine "Erleuchtung" durchläuft. Allerdings ist diese Erscheinung höchst selten, denn es handelt sich nicht bloß um einen evolutionären Fortschritt, sondern es impliziert darüber hinaus einen Bruch in der Entwicklung, einen Sprung zu einer völlig anderen Seinsebene, vor allem jedoch ein Schwinden der Stofflichkeit.
  Was könnte schwerer und undurchdringlicher sein als Felsgestein, die dichteste aller Formen? Und doch vollzieht sich bei manchen Gesteinen eine Veränderung in der Molekularstruktur, sodass sie sich in Kristalle verwandeln und lichtdurchlässig werden. Aus Kohlenstoff werden durch unvorstellbare Hitze und Druck Diamanten, aus einigen schweren Mineralien andere Edelsteine.
  Die meisten kriechenden Reptilien, die erdgebundensten aller Tiere, sind über Jahrmillionen unverändert gleich geblieben. Einige hingegen haben Federn und Flügel entwickelt und sich in Vögel verwandelt, sodass sie sich über die Schwerkraft erheben konnten, an die sie so lange gefesselt waren. Sie verbesserten sich nicht etwa im Kriechen oder Laufen, sondern gingen weit über das Kriechen und Laufen hinaus.


Eckhart Tolle: Eine neue Erde - Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung
Originaltitel: "A New Earth" - Aus dem Amerikanischen von Erika Ifang
ISBN: 3-442-33706-2 978-3-442-33706-4
Logged
earthling
Guest
Re: Eckhart Tolle
« Reply #8 on: November 12, 2007, 12:53:36 am »

dies ist der zweite Teil von Eckhart Tolle´s Buch: Eine neue Erde, 1. Kapitel: DAS AUFBLÜHEN DES MENSCHLICHEN BEWUSSTSEINS, Evokation

....Seit undenklichen Zeiten haben Blumen, Kristalle, Edelsteine und Vögel eine besondere geistige Bedeutung für den Menschen. Wie alle Lebensformen sind natürlich auch sie flüchtige Manifestationen des allem zugrunde liegenden einen Lebens und Bewusstseins. Ihre besondere Bedeutung und der Grund dafür, dass sie von jeher eine solche Faszination auf den Menschen ausgeübt haben und dass er eine solche Nähe zu ihnen empfindet, muss wohl ihren ätherischen Qualitäten zugeschrieben werden.

  Sobald seine Wahrnehmung von einer gewissen Präsenz, einer stillen, wachen Aufmerksamkeit gekennzeichnet ist, spürt der Mensch die göttliche Lebensessenz, das aller Kreatur und allen Formen des Lebens innewohnende eine Bewusstsein, den einen Geist, und erkennt dessen Einheit mit seinem eigenen Wesen, sodass er es lieben kann wie sich selbst. Bis das geschieht, sehen die meisten Menschen allerdings nur die äußere Form, während ihnen das tiefinnere Wesen entgeht, ebenso wie sie sich ihres eigenen wahren Wesens meist gar nicht bewusst sind, sondern sich nur mit ihrer physischen und psychischen Gestalt identifizieren.

  Was Blumen, Kristalle, Edelsteine oder Vögel betrifft, so spürt bisweilen sogar jemand, der nur wenig oder gar nicht gegenwärtig ist, dass mehr daran ist als die rein physische Erscheinungsform, und wird, ohne zu wissen, dass dies der eigentliche Grund für die von ihm gefühlte innere Verbindung ist, davon angezogen. Aufgrund ihrer ätherischen Natur kommt der ihnen innewohnende Geist ungehinderter zum Vorschein als bei anderen Lebensformen. Hierzu gehören auch alle neugeborenen Formen des Lebens wie Säuglinge, Welpen, Kätzchen, Lämmer usw. Sie sind zart und zerbrechlich und haben sich noch nicht verfestigt. Eine Unschuld, Süße und Schönheit leuchtet durch sie hindurch, die nicht von dieser Welt ist. Sie entzücken selbst Menschen, die relativ unsensibel sind.

…Wenn wir also eine Antenne dafür haben und eine Blume, einen Kristall oder einen Vogel zum Gegenstand unserer Kontemplation machen, ohne sie im Geiste zu benennen, werden sie für uns ein Fenster zum Formlosen. Eine innere Aufgeschlossenheit für das Reich des Geistes stellt sich ein, wenn auch vielleicht kaum wahrnehmbar. Deshalb haben die drei "er-leuchteten" Lebensformen seit undenklichen Zeiten eine so wichtige Rolle bei der Evolution des menschlichen Bewusstseins gespielt, zum Beispiel die Lotosblume als Zentralsymbol des Buddhismus oder die weiße Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes im Christentum. Sie haben den Boden bereitet für einen tiefer greifenden Wandel im planetarischen Bewusstsein, der auf die Menschheit zukommt. Es handelt sich um ein spirituelles Erwachen, dessen Zeuge wir gerade werden.


Eckhart Tolle: Eine neue Erde - Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung
Originaltitel: "A New Earth" - Aus dem Amerikanischen von Erika Ifang ISBN: 3-442-33706-2 978-3-442-33706-4
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earthling
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Re: Eckhart Tolle
« Reply #9 on: November 12, 2007, 12:54:11 am »

Eckhart Tolle zu "Der Zweck dieses Buches"   (Eine Neue Erde)

Ist die Menschheit reif für eine Transformation des Bewusstseins, für ein inneres Erblühen von solcher Radikalität und Tiefe, dass das Aufblühen einer Blume, mag sie auch noch so schön sein, nur ein schwacher Abglanz davon ist? Können die konditionierten geistigen Strukturen von Menschen ihre Undurchdringlichkeit verlieren und wie Kristalle oder Edelsteine durchlässig werden für das Licht des Bewusstseins? Kann der Mensch sich der niederziehenden Schwere von Materialismus und Stofflichkeit entziehen und sich über die Identifikation mit der Form erheben, die das Ego an seinem Platz hält und ihn zur Gefangenschaft in seiner eigenen Persönlichkeit verdammt?
  Die Möglichkeit einer solchen Transformation war und ist das zentrale Thema aller großen Weisheitslehren der Menschheit. Deren Botschafter - Buddha, Jesus und andere, die nicht alle bekannt sind - waren die ersten Blumen der Menschheit. Sie waren Vorboten, seltene und kostbare Wesen. Für ein Blütenmeer war es zu jener Zeit noch zu früh, und so wurde ihre Botschaft oft missverstanden und stark verfälscht. Sie hat offenkundig wenig Einfluss auf das menschliche Verhalten gehabt, außer bei einer kleinen Minderheit.
  Ist die Menschheit jetzt eher reif dafür als zur Zeit der alten Lehrer? Und wenn ja, warum? Was können wir, wenn überhaupt, tun, um diesen inneren Wandel einzuleiten oder zu beschleunigen? Was ist bezeichnend für den alten Egozustand des Bewusstseins, und woran ist das neu erwachende Bewusstsein zu erkennen?

  Um diese und andere wichtige Fragen geht es in diesem Buch. Vor allem jedoch ist festzuhalten, dass dieses Buch selbst aus dem erwachenden neuen Bewusstsein entstanden und infolgedessen selber ein Werkzeug zur Verwandlung ist. Die darin enthaltenen Ideen und Konzepte mögen wichtig sein, aber sie kommen erst an zweiter Stelle. Sie sind lediglich Wegweiser, die auf das Erwachen hinzeigen. Während du das Buch liest, vollzieht sich in dir eine Veränderung.
  Das Buch will dich nicht mit neuen Informationen oder Anschauungen befrachten oder von irgendetwas überzeugen, sondern dich aufwecken und einen Bewusstseinswandel bei dir hervorrufen. So gesehen ist das Buch nicht "interessant". Etwas interessant finden bedeutet, dass man Abstand hält, im Geiste mit den Ideen und Konzepten herumspielt und ihnen zustimmt oder sie ablehnt. Doch in diesem Buch geht es um dich. Wenn es deinen Bewusstseinsstand nicht verändert, hat es keinerlei Nutzen.
   Es kann aber nur die erwecken, die dafür bereit sind. Nicht jeder ist schon reif dafür, aber immerhin schon einige, und mit jedem Menschen, der erwacht, kommt das kollektive Bewusstsein mehr in Schwung, und alles wird leichter für die anderen. Falls du nicht weißt, was Erwachen bedeutet, lies einfach weiter. Nur im Erwachen selbst kann die wahre Bedeutung des Wortes erfasst werden. Ein flüchtiger Einblick genügt, um den Prozess des Erwachens einzuleiten, der unumkehrbar ist. Für einige wird dieser Einblick kommen, während sie dieses Buch lesen. Bei vielen anderen hat der Prozess vielleicht schon eingesetzt, ohne dass sie es gemerkt haben. Sie werden es beim Lesen erkennen. Bei manchen mag er durch Verlust und Leid in Gang gekommen sein, bei anderen durch den Kontakt zu einem spirituellen Lehrer oder einer spirituellen Lehre, durch die Lektüre von Leben im Jetzt oder ein anderes spirituell lebendiges und daher die Wandlung unterstützendes Buch - oder durch eine Kombination all dessen, was ich angeführt habe. Hat der Prozess des Erwachens bereits in dir begonnen, wird er durch die Lektüre dieses Buches beschleunigt und intensiviert.
  Ein essenzieller Bestandteil des Erwachens ist die Erkenntnis des noch nicht erweckten Selbst, des Ego, wie es denkt, spricht und handelt, und die Einsicht in die kollektiv konditionierten geistigen Vorgänge, die den Zustand des Nichterwachtseins zementieren. Darum zeigt das Buch die Hauptmerkmale des Ego auf und beschreibt, wie sie sowohl beim Einzelnen als auch im Kollektiv wirken. Dies ist aus zwei zusammenhängenden Gründen wichtig: Erstens kannst du, wenn du die Grundmechanismen hinter dem Wirken des Ego nicht kennst, es auch nicht durchschauen, und dann überlistet es dich, sodass du dich immer wieder mit ihm identifizierst. Das heißt, es ergreift Besitz von dir als eine Art Hochstapler, der vortäuscht, du zu sein. Der zweite Grund ist der, dass der Akt der Erkenntnis selbst einer der Wege ist, auf denen das Erwachen stattfindet. Wenn du das Unbewusste in dir erkennst, ist das, was die Erkenntnis möglich macht, das entstehende Bewusstsein, das Erwachen. Du kannst nicht gegen das Ego kämpfen und gewinnen, ebenso wenig wie du gegen die Dunkelheit ankämpfen kannst. Erforderlich ist nur das Licht des Bewusstseins. Du selbst bist dieses Licht.
                               

Eckhart Tolle: Eine neue Erde - Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung
Originaltitel: "A New Earth" - Aus dem Amerikanischen von Erika Ifang ISBN: 3-442-33706-2 978-3-442-33706-4
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earthling
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Re: Eckhart Tolle
« Reply #10 on: November 12, 2007, 12:54:52 am »

aus dem Buch von Eckhart Tolle  (Eine Neue Erde)

Die ererbte Störung

Wenn wir die alten Religionen und spirituellen Traditionen der Menschheit einmal tiefer gehend betrachten, finden wir unter den vielen oberflächlichen Unterschieden zwei grundlegende Einsichten, in denen die meisten von ihnen übereinstimmen. Diese Einsichten mögen mit völlig unterschiedlichen Worten beschrieben werden, aber sie deuten immer auf eine doppelte fundamentale Wahrheit hin. Die erste dieser Einsichten ist die Erkenntnis, dass sich in der "normalen" Geistesverfassung der meisten Menschen ein starker Anteil von etwas bemerkbar macht, das wir Gestörtheit oder sogar Wahnsinn nennen könnten. Gewisse hinduistische Kernlehren kommen der Sache vielleicht am nächsten, wenn sie diese Störung als eine Form kollektiver Geisteskrankheit ansehen. Sie nennen sie Maya, den Schleier der Täuschung. Ramana Maharshi, einer der bedeutendsten indischen Weisen, sagte klipp und klar: "Der Geist ist Maya."
  Der Buddhismus bedient sich einer anderen Terminologie. Laut Buddha erzeugt der menschliche Geist im Normalzustand Duhkha, was als Leiden, Unzufriedenheit oder Qual übersetzt werden kann. Darin sah Buddha ein Merkmal des Menschseins. Wohin man auch geht und was man auch tut, immer begegnet man Duhkha, und es wird sich früher oder später in jeder Situation manifestieren.
  Nach der christlichen Lehre ist die normale kollektive Verfassung der Menschheit der Zustand der "Erbsünde". "Sünde" ist ein Wort, das zutiefst missverstanden und fehlinterpretiert worden ist. Wörtlich aus dem Altgriechischen übersetzt, der Sprache, in der das Neue Testament abgefasst wurde, bedeutet sündigen "danebentreffen" wie ein Bogenschütze, der sein Ziel verfehlt; sündigen heißt also, das Ziel des menschlichen Daseins zu verfehlen. Es bedeutet, blind und ungeschickt zu leben und deshalb zu leiden und Leiden zu verursachen. Auch dieses Wort deutet also, sobald es von seinem kulturellen Ballast befreit worden ist und nicht mehr falsch ausgelegt wird, auf eine Störung im Menschsein hin.
  Die Errungenschaften der Menschheit sind eindrucksvoll und unbestritten. In Musik und Literatur, Malerei, Bildhauerei und Architektur haben wir großartige Werke geschaffen. Wissenschaft und Technik haben in jüngerer Zeit für drastische Veränderungen unseres Lebensstils gesorgt und uns in die Lage versetzt, Dinge zu tun und zu erschaffen, die noch vor 200 Jahren als Wunder betrachtet worden wären. Kein Zweifel: Der menschliche Geist ist hochintelligent. Aber gerade diese Intelligenz ist von der Störung betroffen. Wissenschaft und Technik haben die destruktive Wirkung der Geistesstörung des Menschen auf die Erde erheblich verstärkt. Darum ist die Störung, der kollektive Wahnsinn, in der Geschichte des 20. Jahrhunderts am deutlichsten zu erkennen. Hinzu kommt, dass die Störung tatsächlich zunimmt und sich beschleunigt.
  1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Grausame Vernichtungskriege, von Angst, Gier und Machthunger motiviert, ziehen sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte, ebenso wie Sklaverei, Folter und zunehmende Gewaltbereitschaft aus religiösen und ideologischen Gründen. Die Menschen haben mehr unter ihresgleichen gelitten als unter Naturkatastrophen. Bis 1914 hatte der hochintelligente menschliche Geist allerdings nicht nur den Verbrennungsmotor erfunden, sondern auch Panzer, Bomben, Maschinengewehre, U-Boote, Flammenwerfer und Giftgas. Intelligenz im Dienste des Wahnsinns! Während des Stellungskriegs in Frankreich und Belgien starben Millionen Männer wegen einiger Quadratkilometer schlammiger Erde. Als der Krieg 1918 zu Ende war, blickten die Überlebenden fassungslos und voller Entsetzen auf die verheerenden Folgen: zehn Millionen Tote und noch mehr Verstümmelte und Verkrüppelte. Nie zuvor hatte der menschliche Wahnsinn auf so sichtbare Weise eine so destruktive Wirkung entfaltet. Niemand ahnte, dass das erst der Anfang war.
  Bis zum Ende des Jahrhunderts sollte die Zahl der Menschen, die durch die Hand von Mitmenschen eines gewaltsamen Todes starben, auf über 100 Millionen steigen. Sie starben nicht nur durch Kriege zwischen den Völkern, sondern auch durch Massenvernichtung und Völkermord wie die Juden im unsäglichen Grauen des Holocaust in Nazi-Deutschland oder die etwa 20 Millionen "Klassenfeinde, Spione und Verräter" im Sowjetrussland Stalins. Sie starben aber auch bei zahllosen innerstaatlichen Konflikten wie dem Spanischen Bürgerkrieg oder unter dem Regime der Roten Khmer in Kambodscha, das ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung ermordete.
  Wir brauchen uns nur die aktuellen Nachrichtensendungen im Fernsehen anzuschauen, um uns darüber klar zu werden, dass der Wahnsinn keineswegs abgeklungen ist, sondern sich im Gegenteil bis ins 21. Jahrhundert fortsetzt. Ein weiterer Aspekt der kollektiven Funktionsstörung, an der die Menschheit krankt, ist die beispiellose Gewalt von Menschen gegenüber anderen Lebensformen und der Erde selbst - die Zerstörung Sauerstoff produzierender Wälder und anderer Vertreter der Fauna und Flora, die Tierquälerei in der industriellen Landwirtschaft, die Vergiftung der Flüsse und Meere und die Verschmutzung der Luft. Von Gier getrieben und ohne ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Ganzen, bleiben die Menschen beharrlich bei einem Verhalten, das nur in ihre eigene Vernichtung führen kann (wenn ihm nicht Einhalt geboten wird).
  Die sichtbaren Formen des im Menschsein begründeten kollektiven Wahnsinns füllen den größeren Teil der Menschheitsgeschichte. Sie ist weitgehend eine Geschichte des Wahnsinns. Wenn die Geschichte der Menschheit der klinische Zustandsbericht eines einzelnen Menschen wäre, müsste die Diagnose lauten: chronische paranoide Wahnvorstellungen, ein pathologischer Hang zu Mord und anderen extremen Gewalt- und Gräueltaten gegenüber angeblichen "Feinden" - Projektion des eigenen Unbewussten nach außen. Verbrecherischer Wahnsinn im Wechsel mit ein paar kurzen lichten Momenten.
  Angst, Gier und Machthunger sind nicht nur die Kräfte, die zu Krieg und Gewalt zwischen Stämmen, Nationen, Religionen und Ideologien motivieren, sondern auch die Ursache unaufhörlicher Konflikte in den persönlichen Beziehungen. Sie führen zu einer Verzerrung des Bildes, das man von sich selbst und anderen hat. Dadurch interpretiert man jede Situation falsch und verhält sich entsprechend falsch, um sich von seiner Angst zu befreien und das Verlangen nach mehr zu stillen, ein Fass ohne Boden.
  Wichtig ist jedoch, sich klar zu machen, dass Angst, Gier und Machthunger nicht etwa die Störung sind, von der wir gerade sprechen, sondern selbst durch die Störung entstehen: durch die tief sitzende, im Geist eines jeden Menschen begründete kollektive Täuschung. Etliche spirituelle Lehren raten uns, von Angst und Begierde abzulassen. Aber entsprechende spirituelle Übungen sind im Allgemeinen erfolglos. Sie reichen nicht an die Wurzel der Störung heran. Angst, Gier und Machthunger sind keine Grundursachen. Ein guter oder besserer Mensch werden zu wollen klingt wie etwas, das von hoher Gesinnung zeugt und empfehlenswert ist, dabei ist es ein Unterfangen, das zum Scheitern verurteilt ist, es sei denn, es vollzieht sich ein Bewusstseinswandel. Das liegt daran, dass dieser Wunsch selbst Teil der Störung ist, eine subtilere und raffiniertere Form der Selbsterhöhung, der Gier nach mehr, nach einer Stärkung der eigenen eingebildeten Identität oder des Selbstbildes. Wir werden nicht dadurch gut, dass wir versuchen, gut zu sein, sondern indem wir die Güte wiederfinden, die bereits in uns angelegt ist, und zulassen, dass sie hervorscheint. Sie kann aber nur dann hervorscheinen, wenn eine fundamentale Bewusstseinsveränderung eintritt.
  Die Geschichte des Kommunismus, der ja ursprünglich von edlen Ideen inspiriert war, illustriert deutlich, was geschieht, wenn Leute versuchen, die äußere Wirklichkeit zu verändern - eine neue Erde zu schaffen -, ohne zuvor ihre innere Wirklichkeit, ihr Bewusstsein verändert zu haben. Sie machen ihre Pläne, ohne dabei das Grundmuster der Gestörtheit zu berücksichtigen, das jeder Mensch in sich trägt: das Ego.

Eckhart Tolle: Eine neue Erde - Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung
Originaltitel: "A New Earth" - Aus dem Amerikanischen von Erika Ifang ISBN: 3-442-33706-2 978-3-442-33706-4
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earthling
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Re: Eckhart Tolle
« Reply #11 on: November 12, 2007, 12:55:41 am »

Aus dem Buch "Stille spricht" von Eckhart Tolle

Die Transformation des menschlichen Bewusstseins ist, salopp ausgedrückt, kein Luxus mehr, der nur wenigen Menschen hier und dort vergönnt wäre, sondern eine Notwendigkeit, wenn die Menschheit sich nicht selbst zerstören will. Derzeit nehmen die Krisen des alten Bewusstseins ebenso zu, wie sich die Entstehung des neuen Bewusstseins beschleunigt. Paradoxerweise wird alles schlechter und besser zugleich, nur dass das Schlechte stärker ins Auge fällt, weil es so viel »Lärm« macht.

Es ist die innere Stille, die die Welt retten und transformieren wird.

Äußere und innere Stille

Wenn du die Berührung mit der inneren Stille verlierst, verlierst du den Kontakt mit dir selbst. Wenn du den Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich in der Welt.
Das innerste Selbstgefühl, das Gefühl dessen, der du bist, ist untrennbar mit Stille verbunden. Das ist das »Ich bin«, das tiefer ist als Namen und Formen.
Die Stille ist dein wahres Wesen. Was ist Stille? Stille ist der innere Raum oder das Gewahrsein, in dem zum Beispiel die Worte auf dieser Buchseite wahrgenommen und zu Gedanken werden. Ohne dieses Gewahrsein gäbe es keine Wahrnehmung, keine Gedanken, keine Welt.
Du bist dieses Gewahrsein in der Verkleidung einer Person.

Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.
Wann immer um dich herum Stille herrscht, solltest du darauf lauschen. Ihr Aufmerksamkeit schenken. Auf die äußere Stille zu lauschen eröffnet dir die Dimension der Stille in dir selbst, denn nur durch die innere Stille kannst du der äußeren Stille gewahr werden.
Erkenne, dass du in dem Augenblick, in dem du die Stille um dich herum wahrnimmst, nicht denkst. Du bist dir der Stille bewusst, aber du denkst nicht.
Sobald du dir der Stille bewusst wirst, ist sofort dieser Zustand stiller innerer Wachsamkeit da. Du bist präsent. Du trittst aus jahrtausendelanger kollektiver menschlicher Konditionierung heraus.

Schau dir einen Baum, eine Blume, eine Pflanze an. Lass dein Gewahrsein darauf ruhen. Wie still sie sind, wie tief sie im Sein wurzeln. Lass zu, dass die Natur dich die Stille lehrt.

Wenn du einen Baum anschaust und seine Stille wahrnimmst, wirst du selber still. Du verbindest dich auf einer sehr tiefen Ebene mit ihm. Du fühlst dich eins mit dem, was du in der Stille und durch die Stille wahrnimmst. Dieses Gefühl des Einsseins mit allen Dingen ist wahre Liebe.
Die äußere Stille ist zwar hilfreich, aber nicht erforderlich, um innere Stille zu finden. Selbst wenn Lärm da ist, kannst du der Stille hinter dem Lärm gewahr werden, des Raums, in dem der Lärm entsteht. Das ist der innere Raum reiner Bewusstheit, es ist das Bewusstsein selbst.
Du kannst des Bewusstseins als Hintergrund aller Sinneswahrnehmungen, alles Denkens gewahr werden. Beim Gewahrwerden des Bewusstseins entsteht innere Stille.

Jeder störende Lärm kann ebenso hilfreich sein wie äußere Stille. Inwiefern? Wenn du den inneren Widerstand gegen den Lärm aufgibst, sodass er sein darf, wie er ist, führt dich dieses Annehmen auch in den Bereich des inneren Friedens, der inneren Stille.
Wann immer du diesen Augenblick so, wie er ist - welche Form er auch haben mag - aus tiefstem Herzen annimmst, bist du still, bist du im Frieden.
Achte auf Pausen - die Pause zwischen zwei Gedanken, die kurze Pause zwischen den Worten eines Gesprächs, zwischen den Tönen beim Klavier- oder Flötenspiel, auf die Pause zwischen Ein- und Ausatmen.
Wenn du diesen Pausen Aufmerksamkeit schenkst, wird aus dem Gewahrsein von »etwas« einfach Gewahrsein. Die gestaltlose Dimension reinen Gewahrseins steigt in dir auf und tritt an die Stelle der Identifikation mit Form.

Wahre Intelligenz arbeitet im Stillen. Es ist die Stille, in der Kreativität und Problemlösungen zu finden sind.
Ist Stille nur die Abwesenheit von Lärm und Inhalt? Nein, sie ist die Intelligenz selbst - das allem zugrunde liegende Bewusstsein, aus dem jede Form geboren wird. Und wie könnte das getrennt sein von dem, der du bist? Die Form, die du zu sein glaubst, ist aus ihm entstanden und erhält sich aus ihm.
Dieses Bewusstsein ist die Essenz aller Galaxien und Grashalme, aller Blumen, Bäume, Vögel und anderen Formen.

Die Stille ist das Einzige auf der Welt, das keine Form hat. Aber dann ist sie auch kein wirkliches Ding und folglich nicht von dieser Welt.
Wenn du still einen Baum oder Menschen anschaust, wer schaut da? Etwas Tieferes als du in Person. Das Bewusstsein selbst betrachtet seine Schöpfung.
In der Bibel steht, dass Gott die Erde erschuf und sah, dass sie gut war. Genau das siehst du, wenn du in gedankenfreier Stille schaust.

Brauchst du mehr Wissen? Werden mehr Informationen, schnellere Computer oder weitere wissenschaftliche und intellektuelle Analysen die Welt retten? Ist es nicht Weisheit, was die Menschheit in dieser Zeit am dringendsten braucht?
Aber was ist Weisheit, und wo ist sie zu finden? Weisheit stellt sich mit der Fähigkeit ein, still zu sein. Schaue und höre einfach. Mehr ist nicht nötig. Still zu sein, zu schauen und zu hören aktiviert die intuitive Intelligenz in dir. Lass dich in Wort und Tat von Stille leiten.

Eckhart Tolle - Stille spricht
Aus dem Englischen von Erika Ifang
ISBN-10: 3-442-33705-4 ISBN-13: 978-3-442-33705-7
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earthling
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Re: Eckhart Tolle
« Reply #12 on: November 12, 2007, 12:56:58 am »

Das Arbeitsbuch von Eckhart Tolle "Leben im Jetzt" präsentiert in gestraffter und überarbeiteter Form die Essenz aus "The Power of Now". Es enthält Tolles fundamentale Erkenntnisse und seine konkreten Anleitungen....

Der Zugang zur Kraft des Jetzt

Wenn dein Bewusstsein nach außen gerichtet ist,
entstehen das Denken und die Welt.
Wenn es nach innen gerichtet ist,
erkennt es seinen Ursprung
und kehrt heim ins Unmanifestierte.

Sein und Erleuchtung

Es gibt das ewige, immer gegenwärtige eine Leben jenseits der Myriaden von Lebensformen, die Geburt und Tod unterworfen sind. Viele Menschen verwenden dafür das Wort »Gott«; ich nenne es meist »Sein«, obwohl das Wort »Sein« ebenso wenig erklärt wie das Wort »Gott«. »Sein« hat allerdings den Vorteil, dass es ein offenes Konzept ist. Es reduziert das unendliche Unsichtbare nicht auf etwas Endliches. Man kann sich unmöglich eine gedankliche Vorstellung davon machen. Niemand kann einen Alleinanspruch auf das Sein geltend machen. Es ist dein Gegenwärtigsein an sich, und jeder hat durch das Gefühl der eigenen Gegenwart unmittelbaren Zugang dazu. Vom Wort »Sein« ist es nur ein kleiner Schritt zur Erfahrung des Seins.

Das Sein besteht nicht nur jenseits aller Formen, sondern zugleich tief im Innern aller Formen als deren innerstes, unsichtbares, unzerstörbares Wesen. Folglich ist es dir jetzt als dein eigenes tiefstes Selbst, dein eigenes wahres Wesen zugänglich. Aber versuche nicht, es mit dem Denken zu erfassen. Versuche nicht, es zu verstehen.
Du kannst es nur erfahren, wenn der Verstand still ist. Du wirst es nie mit dem Intellekt begreifen können, aber wenn du voll gegenwärtig bist und deine Aufmerksamkeit ganz auf das Jetzt konzentrierst, kannst du es fühlen.

Sich des Seins wieder bewusst zu werden und in diesem Zustand »fühlenden Erkennens« zu verharren ist Erleuchtung.
Das Wort Erleuchtung beschwört die Vorstellung einer übermenschlichen Großtat herauf, und das Ego möchte, dass es so bleibt; dabei bezeichnet das Wort einfach nur den natürlichen Zustand, in dem du dich eins mit dem Sein fühlst. Es ist ein Zustand der Verbundenheit mit etwas Unermesslichem und Unzerstörbarem, mit etwas, das paradoxerweise du selbst bist und das trotzdem viel größer ist als du. Du findest darin, jenseits von Name und Form, dein wahres Wesen.
Aus der Unfähigkeit, diese Verbundenheit zu spüren, entsteht die Illusion, von sich selbst und der Außenwelt getrennt zu sein. In diesem Fall nimmst du dich bewusst oder unbewusst als isoliertes Fragment wahr. Angst entsteht, innere und äußere Konflikte werden zur Normalität.
Das größte Hindernis für die Erfahrung dieser realen Verbundenheit ist die Identifikation mit dem Verstand, die das Denken zwanghaft werden lässt. Nicht mit dem Denken aufhören zu können ist ein Verhängnis, aber wir sind uns dessen nicht bewusst, weil fast jeder darunter leidet, sodass es für normal gehalten wird. Der unaufhörliche Lärm des Denkens verhindert jedoch, dass wir den Raum der inneren Stille finden, der vom Sein untrennbar ist. Durch den Lärm des Denkens entsteht auch das falsche, vom Verstand künstlich aufrechterhaltene Selbst, das uns mit Angst und Leid überschattet.
Die Identifikation mit dem Verstand schafft einen undurchdringlichen Schleier aus Konzepten, Begriffen, Vorstellungen, Worten, Urteilen und Definitionen, der jede wahre Beziehung blockiert. Dieser Gedankenschleier schiebt sich zwischen dich und dein Selbst, dich und deine Mitmenschen, dich und die Natur, dich und Gott. Er ist es, der die Illusion des Getrenntseins erzeugt, die Illusion, dass es dich und etwas völlig von dir getrenntes »anderes« gibt. Dabei vergisst du die grundlegende Tatsache, dass du auf einer Ebene jenseits der körperlichen Erscheinungen und getrennten Formen eins bist mit allem, was ist.
Bei richtigem Gebrauch ist der Verstand ein hervorragendes Instrument. Wird er jedoch falsch eingesetzt, kann er sich sehr zerstörerisch auswirken. Um genau zu sein: Du benutzt deinen Verstand eigentlich gar nicht falsch - du benutzt ihn überhaupt nicht. Er benutzt dich. Das ist die Krankheit. Du identifizierst dich mit deinem Verstand. Das ist die Täuschung. Das Instrument hat die Herrschaft über dich gewonnen.
Du bist im Grunde, ohne es zu ahnen, besessen und hältst das Wesen, das von dir Besitz ergriffen hat, für dich selbst.

Die Freiheit beginnt mit der Erkenntnis, dass du nicht das Wesen bist, von dem du besessen wirst - der Denker. Diese Einsicht versetzt dich in die Lage, den, der dich beherrscht, zu beobachten. In dem Augenblick, in dem du den Denker zu beobachten beginnst, wird eine höhere Bewusstseinsebene aktiviert.

Du erkennst einen unendlich großen Intelligenzbereich jenseits des Denkens, von dem das Denken nur ein winziger Bruchteil ist. Du erkennst auch, dass alles, was wirklich von Bedeutung ist - Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Friede - seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.
Du beginnst zu erwachen.

Eckhart Tolle - Leben im Jetzt
Aus dem Amerikanischen von Erika Ifang ISBN-10: 3-442-33680-5  ISBN-13: 978-3-442-33680-7
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earthling
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Re: Eckhart Tolle
« Reply #13 on: May 03, 2008, 09:02:10 pm »

Enlightenment - Eckhart Tolle
http://www.youtube.com/watch?v=rdgO4UDrwm8


The Deepest Truth of Human Existence - Eckhart Tolle
http://www.youtube.com/watch?v=_uk_AO8Vgr0


Being Present in Relationships - Eckhart Tolle
http://www.youtube.com/watch?v=vshBnR4Z9x8


Honoring Others - Eckhart Tolle
http://www.youtube.com/watch?v=TAvfdwypmnw


Eckhart Tolle talks about Death.
http://www.youtube.com/watch?v=BqOgR61zAlo


The End of Suffering
http://www.youtube.com/watch?v=Deq_1lg9Dlo


Wisdom in Daily Life
http://www.youtube.com/watch?v=RofybYVNCe4

« Last Edit: June 05, 2008, 09:02:28 pm by earthling » Logged
Boomer
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Re: Eckhart Tolle
« Reply #14 on: June 04, 2008, 12:44:24 pm »

Kleine Wellen an der Oberfläche des Seins
Ein Interview mit Eckhart Tolle von Andrew Cohen bei www.WIE.org

Quote
...
AC: In Ihrem Buch JETZT! Die Kraft der Gegenwart stellen Sie fest, dass: „… der Zweck der Welt letzten Endes nicht innerhalb der Welt liegt, sondern in ihrer Transzendenz.” Würden Sie bitte erläutern, was Sie damit meinen?

ET: Die Welt zu transzendieren bedeutet nicht, sich von der Welt zurückzuziehen, nicht mehr zu handeln oder nichts mehr mit Leuten zu tun zu haben. Transzendenz der Welt bedeutet, ohne jede Selbstsucht zu handeln oder zu interagieren. Mit anderen Worten: Es bedeutet zu handeln, ohne unser Selbstgefühl durch unsere Handlungen oder Kontakte mit Menschen verbessern zu wollen. Letztendlich bedeutet es, dass man die Zukunft nicht mehr für die eigene Erfüllung oder für das Selbst- bzw. Daseinsgefühl braucht. Man sucht nicht mehr, indem man handelt, sucht nicht mehr nach einem verbesserten, erfüllteren oder größeren Selbstgefühl in dieser Welt. Wenn es diese Suche nicht mehr gibt, dann kann man in der Welt sein, ohne von ihr zu sein. Man sucht da draußen nichts mehr, mit dem man sich identifizieren könnte.

...

AC: . . . Unnötigem Leiden.

ET: Ja, deshalb ist es gut, wenn sich die Leute in der Welt verirren. Ich genieße es, nach New York oder Los Angeles zu reisen, da scheinen die Leute nämlich völlig verstrickt zu sein. Einmal habe ich in New York aus dem Fenster geschaut. Wir waren gerade mit einer Gruppe neben dem Empire State Building. Draußen waren die Leute in unglaublicher Eile, ja, sie rannten beinahe. Alle waren anscheinend in einem Zustand von intensiver Nervosität, Ängstlichkeit. Es ist Leid, aber man erkennt es nicht als Leid. Und ich dachte bei mir, wo rennen die alle hin? Selbstverständlich rennen alle der Zukunft entgegen. Sie müssen irgendwo hinkommen, wo nicht hier ist. Es ist ein bestimmter Zeitpunkt: nicht jetzt – dann. Sie laufen einem dann hinterher. Sie leiden, aber sie wissen es noch nicht einmal. Aber für mich war sogar einfach nur diese Beobachtung eine wahre Freude. Ich hatte nicht das Gefühl: „Oh, die sollten es besser wissen.” Sie sind auf ihrem spirituellen Weg. In diesem Augenblick ist das ihr spiritueller Weg, und es klappt wunderbar.
...


Weiterlesen: http://www.wie.org/de/j5/tolle.asp?pf=1
oder http://www.wie.org/de/j5/tolle.asp?page=3

--------------

Leseprobe: JETZT! Die Kraft der Gegenwart
http://www.sapientia.ch/E-Buecher/Kunterbuntes/Eckhart%20Tolle%20Jetzt%20-%201.pdf

http://rapidshare.de/files/40782749/Eckhart_Tolle_-_A_New_Earth.pdf.html
« Last Edit: October 29, 2008, 07:23:36 am by Boomer » Logged
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