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Zen-Geschichten / Koans
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Topic: Zen-Geschichten / Koans (Read 3110 times)
0 Members and 3 Guests are viewing this topic.
earthling
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Zen-Geschichten / Koans
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on:
April 12, 2009, 04:55:41 pm »
Koan
ist im chinesischen Chan- bzw. japanischen Zen-Buddhismus eine Art (sehr) kurze Anekdote oder eine Sentenz, die eine beispiel- oder lehrhafte Handlung oder pointierte Aussage eines Zen-Meisters, ganz selten auch von Zen-Schülern, darstellt.
Das bekannteste Koan, das inzwischen auch im Westen Allgemeingut geworden ist, ist die Frage nach dem Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand (Hakuins Sekishu, von Meister Hakuin Ekaku).
quelle:
http://de.wikipedia.org/
stichwort Koan
Zen-Geschichten
sind längere Texte, in denen buddhistische Philosophie in Form von Gleichnissen, Märchen und Erzählungen aus dem Leben des Buddha und seiner Jünger vermittelt werden.
Hier eine Archiv-Seite mit solchen Zen-Geschichten:
http://www.zengeschichten.de/Archiv/archiv.html
Alle Zen-Geschichten, ob kurz oder lang, sind Koans, was eine Zen-Situation oder ein Zen-Problem bedeutet.
Im Zen-Dialog handelt es sich, um das Arbeiten an der Lösung eines Zen-Problems. Die Lösung eines Zen-Problems wird jedoch nicht durch das analytische und intellektuelle Denken gefunden,sondern erscheint als plötzliche Erleuchtung, das Fühlen-Sehen-Hören-Riechen in einem wunderbaren Zustand des Erwachens.
Wenn eine Zen-Frage gestellt wird, bleibt keine Zeit für das Nachdenken.
Eine Antwort, die nicht augenblicklich und spontan und ohne jede überlegung erfolgt, ist für Zen nicht akzeptabel.
Das typische für einen Zen-Dialog ist die äußerste Knappheit. Man kann ihn als eine verbale Schlacht darstellen, die meistens zwischen dem Meister und dem Schüler oder einem besuchenden Mönch stattfindet.
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Last Edit: April 12, 2009, 05:11:30 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten / Koans
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Reply #1 on:
April 12, 2009, 05:01:53 pm »
Ein Mönch fragte einmal Meister Joshu: "Hat ein Hund die Buddha Natur oder Nicht?" Joshu sagte "Mu!"
Quelle: "Ewig üben" von Mariko Fuchs
http://books.google.com/books?id=fQp_DKbEJTEC&hl=de
Kommentare zu "Joshus Hund" (nach Zenkei Shibayama laut
http://www.enigmaelias.de/mainfl/ms/ms-zen.htm
)
Quote
Beim Zen-Studium müssen die Sperren der alten Zen Meister durchbrochen werden. Man muß, wenn man unvergleichliches Satori erfahren will, seinen unterscheidenden Geist auslöschen. Was ist die Sperre der Zen Meister? Eben dieses "Mu", das ist die Schranke des Zen, es wird auch die torlose Schranke des Zen genannt.
Quote
Joshu ist ein Ort in Nordchina und Meister Junen (778-897), der in Joshu lebte, ist heute allgemein als Meister Joshu bekannt. Sein Lehrer war Meister Nansen, der 867 starb.
Der Mönch wußte sehr wohl, das alle Lebewesen Buddha Natur haben, er fragt daher nicht nach einem Ja oder Nein oder nach einer Deutung des Begriffes, sondern will diese gezeigt haben. Der Meister antwortet ohne zu zögern mit "Mu!", er wirft sich selbst - das ganze Universum als "Mu" vor den Fragesteller - hier ist kein Joshu, keine Welt, sondern nur "Mu". Obwohl "Mu" wörtlich übersetzt "nein" heißt, weist es in diesem Fall auf das unvergleichliche Satori hin, etwas das man nicht erklären oder zeigen kann, sondern nur erfahren. Buddha Natur ist "Mu", Joshu ist "Mu" und selbst das ganze Universum ist "Mu". Auch "Mu" selbst reicht bei weitem noch nicht aus, es ist immer das unnennbare, unbeschreibliche "Es".
Gedicht
Der Hund! Die Buddha Natur!
Die Wahrheit zeigt sich deutlich.
Ein Augenblick von Ja-und Nein:
verloren sind dein Leib und Deine Seele
Teisho zum Koan
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Last Edit: April 12, 2009, 05:07:21 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten
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Reply #2 on:
April 12, 2009, 05:08:08 pm »
Japan in der ersten Hälte des 14. Jahrhunderts unter dem Shogunat von Askikagaka. Ein in den Bergen verstecktes Kloster. Vier Zen-Mönche haben beschlossen, ein Sesshin in absoluter Stille abzuhalten. Sie haben ihre Zazen-Haltung eingenommen. Es ist Nacht, und es herrscht eine beissende Kälte.
„ Die Kerze ist ausgegangen! “ ruft der jüngste Mönch.
„ Du darfst nicht sprechen! Wir sind im Sesshin, und da herrscht absolutes Schweigen “, fährt ihn ein älterer Mönch an.
„ Und Du? Warum sprichst du, statt zu schweigen, wie wir vereinbart haben? “ bemerkte der dritte Mönch spitz.
„ Ich bin der einzige , der nicht gesprochen hat! “ sagte zufrieden der vierte Mönch
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Last Edit: April 12, 2009, 08:56:34 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten
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Reply #3 on:
April 12, 2009, 05:08:44 pm »
Erklärung der Meditation
Ein Schüler fragte seinen Meister, wie er meditieren solle. Schließlich antwortete der Meister:
"Es ist so: Wennn ein vergangener Gedanke aufgehört hat und ein zukünftiger Gedanke noch nicht entstanden ist, gibt es da nicht eine Lücke?"
"Ja", sagte der Schüler.
"Nun gut, verlängere sie! Das ist Meditation."
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Last Edit: April 12, 2009, 08:56:44 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten
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Reply #4 on:
April 12, 2009, 05:09:51 pm »
Die Unterkunft.
Jeder wandernde Mönch kann in einem Zen-Tempel verweilen, wenn er mit denen, die im Tempel leben, eine Diskussion über den Buddhismus führt und gewinnt. Wird er besiegt, so muß er weiterziehen.
In einem Tempel im nördlichen Teil Japans lebten 2 Mönche miteinander. Der ältere war gelehrt, der jüngere dagegen war dumm und er hatte nur ein Auge.
Ein wandernder Mönch kam des Weges und bat um Unterkunft, indem er mit Anstand zu einer Debatte über die tiefe Lehre herausforderte.
Der ältere Bruder, der müde war vom vielen studieren, überließ dem jüngeren seinen Platz.
"Geh' und bitte darum, daß das Gespräch schweigend geführt wird", riet er ihm vorsichtig!
Also begaben sich der junge Mönch und der Fremdling zum Schrein und setzten sich nieder.
Kurz darauf erhob sich der Reisende, ging zum älteren Bruder und sagte:
"Dein jüngerer Bruder ist ein prächtiger Bursche. Er besiegte mich."
"Berichte mir den Dialog", sagte der ältere Bruder.
"Nun", erklärte der Reisende," zuerst hielt ich einen Finger hoch, der Buddha, den Erleuchteten, repräsentierte.
Daraufhin hielt er zwei Finger hoch, was auf Buddha und seine Lehre deutete.
Ich hielt drei Finger hoch, was soviel hieß wie Buddha, seine Lehre und seine Anhänger, die in Harmonie leben.
Daraufhin stieß er mir seine geballte Faust ins Gesicht, womiter darauf hinwies, daß alle drei einer Verwirklichung entspringen.
Somit gewann er und ich habe nicht das Recht, hierzubleiben."
Damit verließ der Reisende den Tempel.
"Wo ist dieser Kerl?" fragte der jüngere, wobei er gegen seinen Bruder rannte.
"Ich denke, du hast die Debatte gewonnen."
"Nicht im mindesten. Ich werde ihn verprügeln!"
"Erzähl mir den Inhalt der Debatte", sagte der Ältere.
"Nun, kaum sah er mich, da hob er einen Finger und beleidigte mich, indem er darauf anspielte, daß ich nur ein Auge habe.
Da er ein Fremder war, wollte ich höflich zu ihm sein und so hielt ich zwei Finger hoch, womit ich ihn beglückwünschte, daß er zwei Augen habe.
Daraufhin hielt der unhöfliche Lump drei Finger hoch, um zu verstehen zu geben, daß wir zusammen nur drei Augen hätten.
Da wurde ich wütend und wollte ihn verprügeln, aber er rannte hinaus, und damit endete es."
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Last Edit: April 12, 2009, 08:56:57 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten
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Reply #5 on:
April 12, 2009, 08:19:03 pm »
Ein Zen-Schüler der die Erleuchtung suchte beklagte sich bei seinem Meister ständig darüber, daß dessen Erläuterungen unvollständig seinen und der Meister ihm irgendeinen entscheidenden Hinweis vorenthalte. Der Meister versicherte, daß er ihm nichts vorenthalte. Der Schüler bestand darauf, daß es etwas gebe, was der Meister ihm vorenthalte. Der Meister bestand darauf, daß er ihm rein gar nichts vorenthalte. Etwas später gingen die beiden auf einem Pfad durch die Berge spazieren. Plötzlich sagte der Meister: 'Riechst Du den Duft des Berglorbeers?' Der Schüler sagte 'Ja.' 'Siehst Du,' antwortete der Meister, 'ich enthalte Dir gar nichts vor.
http://www.bodhidharmazendo-kempten.de/Zengeschichten.html
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Last Edit: April 12, 2009, 08:57:09 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten
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Reply #6 on:
April 12, 2009, 08:20:11 pm »
Ein junger Mann suchte einen Zen-Meister auf. 'Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe ?' 'Vielleicht zehn Jahre', entgegnete der Meister. 'Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann ?', fragte der Schüler. 'In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern', erwiderte der Meister. 'Ich nehme aber wirklich jede Härte auf mich. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen', beteuerte der junge Mann. 'Dann', erwiderte der Meister, 'kann es bis zu vierzig Jahre dauern.'
http://www.bodhidharmazendo-kempten.de/Zengeschichten.html
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Last Edit: April 12, 2009, 08:57:19 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten
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Reply #7 on:
April 12, 2009, 08:25:02 pm »
Wasch deine Eßschalen !
Ein junger Novize, der eben ins Kloster aufgenommen worden war, sagte zu Zen-Meister Joshu: 'Ich bin neu im Kloster, bitte zeigt mir den Weg.' Joshu fragte: 'Hast Du schon gefrühstückt ?' Der Novize antwortete: ' Ja, ich habe mein Frühstück bereits beendet.' Joshu sagte: ' Dann geh und wasch Deine Eßschalen'.
http://www.yamanni-ryu.info/geschichten/index.html
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Last Edit: April 12, 2009, 08:58:30 pm by earthling
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten / Koans
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Reply #8 on:
April 14, 2009, 04:21:23 am »
Das Koan: Die Gans ist raus!
Riko, ein hoher Beamter, sehr philosophisch, bat einmal den eigenwilligen Zen-Meister Nansen, ihm das alte Koan von der Gans ist in der Flasche zu erklären.
"Wenn man ein Gänseküken in eine Flasche steckt", sagte Riko, "und es füttert, bis es ausgewachsen ist, wie kann man dann die Gans herausholen, ohne sie zu töten oder die Flasche zu zerbrechen?"
Nansen klatschte kräftig in die Hände
und rief: "RIKO!"
"Ja, Meister", schreckte der Beamte auf.
"Siehst du", sagte Nansen, "die Gans ist draußen."
quelle und mehr:
http://www.zen-guide.de/zen/meister/id/26&titel=Nanquan+Puyuan
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earthling
Guest
Re: Zen-Geschichten / Koans
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Reply #9 on:
May 15, 2009, 04:08:01 pm »
Form und Leere
Die Leere ist verliebt in die Form und fragt sie:
"Wollen wir heiraten?„
Sagt die Form seufzend:
"Das hat doch keinen Zweck.
Du bist ja doch nie da!„
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